Zweiter Anlauf

von
14. Oktober 2008, 08:01 Uhr

Berlin - Es läuft nicht optimal für Gesine Schwan und ihren zweiten Anlauf als Bundespräsidenten-Anwärterin. Trotz linker Umgarnungen wird es nach Sodanns Nominierung zumindest im ersten Wahlgang keine Hilfe der Linkspartei geben. Und die Bayern-Wahl hat sich die SPD-Kandidatin gewiss auch anders erhofft. Denn das CSU-Debakel war nicht einschneidend genug, um die Verhältnisse in der Bundesversammlung zu ändern. Prompt sah sich Schwan mit Rücktrittsrufen konfrontiert. Bei einigen Sozialdemokraten geht die Angst vor einer Pleiteserie um. Im Mai 2009 droht die erste Schlappe bei der Präsidentenwahl. Und mit dieser Hypothek geht es in die Bundestagswahl. Doch Gesine Schwan bleibt „hoffnungsvoll“. Sie habe bereits 2004 „eine erkleckliche Zahl von Stimmen aus der CDU und wohl auch aus der FDP bekommen.“ Ihr Weg Richtung Schloss Bellevue lautet wie bei Horst Köhler: Mitreden.

Lange habe man „diese Märkte in einer Kombination von Unverfrorenheit (...) und intellektueller Unfähigkeit, überhaupt noch zu durchschauen, was da eigentlich passiert, laufen gelassen“, beklagte sie etwa über die Finanzkrise. Auch vor – indirekter – Kritik an Köhler scheut sie nicht zurück. „Das ist kein Zeichen von Eigenständigkeit, wenn man immer auf die Mütze gibt“, so Schwan. Zweiter Anlauf, neues Selbstbewusstsein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen