Zwei Verletzte nach Brand

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06. Juni 2008, 09:31 Uhr

Droßer Dreesch - „Als ich im Flur die ,Feuer’-Rufe hörte, habe ich meine Kinder geschnappt und bin mit ihnen ab durch die Mitte. Im Schlafanzug, so wie ich war“, berichtet Petra Götz. Die Familie konnte den Flammen, die in der Nacht zu gestern bei einem Brand in ihrem Wohnhaus in der Andrej-Sacharow-Straße loderten, gerade noch entkommen.

Andere kamen jedoch nicht so glimpflich davon. Eine 71-Jährige, in deren Wohnung der Brand ausgebrochen war, musste von den Rettungskräften geborgen und per Hubschrauber in eine Lübecker Spezialklinik geflogen werden. Ihre 41 Jahre alte Tochter konnte sich selbst aus den Flammen retten, musste aber wegen Rauchvergiftung in die Schweriner Helios-Klinik eingeliefert werden. Nachbarn hatten kurz vor 23 Uhr in dem Mietshaus auf dem Großen Dreesch Flammen in der Nachbarwohnung bemerkt und sofort die Feuerwehr alarmiert.

„Notarzt, Polizei und Berufsfeuerwehr waren kurz nach 23 Uhr vor Ort“, so Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Weil der mit 14 Mann besetzte Löschzug der Berufsfeuerwehr nicht ausreichte, um den Brand einzudämmen, musste auch die Freiwillige Feuerwehr Schlossgarten mit weiteren drei Fahrzeugen und 15 Einsatzkräften ausrücken. Am Unglücksort evakuierten sie zunächst alle Bewohner des Hauses. Dabei wurde den Rettungskräften die Arbeit allerdings von einigen Schaulustigen erschwert. „Die mussten wir erst einmal wegschicken“, so ein Feuerwehrmann.
Flammen, Rauch und Löschwasser zerstörten die Vier-Zimmer-Wohnung, in der der Brand ausgebrochen war, völlig und richteten auch in den Nachbarwohnungen erhebliche Verwüstung an. Schätzungen der Feuerwehr gehen von einem Gesamtschaden von mindestens 100 000 Euro aus.
In der Wohnung von Petra Götz, die direkt unter der ausgebrannten Wohnung liegt, hingen gestern die nassen Tapeten von den Wänden. Aus der Lampe tropfte dunkelbraunes Wasser, das aus der Heizungsanlage ausgetreten war. Das Feuer hatte die Rohre platzen lassen. Auch Stunden nach dem Brand war die Luft von beißendem Gestank erfüllt.

Fassungslos stand Petra Götz vor dem Chaos: „Hier können wir nicht mehr wohnen, hier müssen wir raus.“ Schlimmer als ihre zerstörte Wohnung sei jedoch der Schock in den Nachtstunden gewesen. „Neben der Angst um das Leben meiner Familie war das Schlimmste die Hilflosigkeit, als ich unten stand und die alte Dame in der brennenden Wohnung am Fenster sah. Die Frau rief aus dem Fenster um Hilfe, aber konnte von alleine nicht hinaus“.

Woher das Feuer kam und wie es sich ausbreitete – das muss die Polizei noch klären. Sie bittet deshalb Zeugen um Mithilfe. Besonders Video- und Fotomaterial könnten bei der Aufklärung des Brandes helfen. Hinweise unter Telefon 0385-20702222

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