Zwei Unfälle bei der Straßenbahn sorgten für Verspätungen: Laster kappte Stromleitung; Fahrradfahrer wurde in Lütten Klein verletzt

Heiko Kreller und Rolf Dethloff reparieren die Straßenbahn-Oberleitung, nachdem ein Lkw sie im Tannenweg beschädigt hatte. Foto: Ove Arscholl
Heiko Kreller und Rolf Dethloff reparieren die Straßenbahn-Oberleitung, nachdem ein Lkw sie im Tannenweg beschädigt hatte. Foto: Ove Arscholl

Ein Unglück kommt selten allein. Die Rostocker Straßenbahn AG hat es gestern gleich zweimal erwischt. Zuerst riss ein Lkw einen Fahrdraht herunter. Dann kam es zu einem schweren Zusammenstoß eines Radfahrers mit einer Bahn in Lütten Klein.

svz.de von
27. Oktober 2008, 06:50 Uhr

Rostock - Bei der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) kam es gestern gleich zweimal zu Ausfällen. Besonders tragisch: In Lütten Klein stieß ein Fahrradfahrer mit einer Straßenbahn zusammen. Um 10.45 Uhr wollte der 70-Jährige zwischen den Haltestellen Helsinkier Straße und Fischerdorf die Gleise queren und übersah dabei ein herannahendes Fahrzeug.

Der Mann wurde von den Rettungskräften mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Ermittlungen zu Hergang und Ursache des Zusammenstoßes dauern an. Die Polizei vermutet Unaufmerksamkeit von Seiten des Radfahrers. Ab kurz nach 12 Uhr konnte die Unfallstelle einseitig umfahren werden. Gegen 13 Uhr war die Strecke wieder frei.
Lkw-Fahrer flüchtete vom Unfallort
Nur etwas mehr als eine Stunde vor dem Unglück war es am Tannenweg zu einem Unfall gekommen, bei dem aber niemand verletzt wurde. Ein Lkw riss einen Fahrdraht der Straßenbahnoberleitung herunter, als er in den Tannenweg einbog. „Die Drähte hängen in einer Höhe von 5,50 Metern“, erklärt Simone Zielonka, Sprecherin der RSAG. „Es ist bisher noch nie vorgekommen, dass ein Fahrzeug hängen geblieben ist.“ Ob der Fahrer ortsunkundig gewesen ist, kann nicht ermittelt werden. Er beging Fahrerflucht.

Ab 10 Uhr konnten die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel einen Schienenersatzverkehr in Anspruch nehmen. Zwischen Platz der Jugend und Neuer Friedhof fuhren Busse. Die meisten der Fahrgäste hatten Verständnis und nahmen kleinere Verspätungen in Kauf.

„Sowohl in der Bahn als auch im Bus gab es Durchsagen“, berichtet Sören Haalck. Der 21-Jährige studiert E-Technik und reagierte gelassen auf die kleine Fahrplanabweichung: „Ich bin auf dem Weg nach Hause und habe keine Eile.“
Techniker der RSAG waren sofort im Einsatz, so dass die Störung gegen 14 Uhr behoben war.

Kurzzeitig Schienenersatz in Lütten Klein
Auch in Lütten Klein mussten die Bahnfahrer einige kleinere Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Hier wurden kurzzeitig ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

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