Zwei Elchschaufeln auf linke Pobacke

Das traditionelle Brandzeichen für die Trakehner: zwei Elchschaufeln, die an die Herkunft der edlen Pferderasse aus Ostpreußen erinnern.
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Das traditionelle Brandzeichen für die Trakehner: zwei Elchschaufeln, die an die Herkunft der edlen Pferderasse aus Ostpreußen erinnern.

230 Fohlen in nur zwei Wochen: Friedhelm Mencke hat Schwerstarbeit geleistet. Mit dem Brandzeichen reiste der Ganschower Gestütsleiter jetzt durch alle neuen Bundesländer, um die Fohlen für den Trakehner-Verband zu brennen. Mencke ist der absolute Fachmann, was die Zucht dieser edlen Pferderasse angeht. Sein Gestüt ist der größte Trakehner-Zuchtbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern.

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14. August 2009, 07:51 Uhr

Ganschow | "Nein", wiegelt der 54-jährige Mencke ab, "das tut den Fohlen nicht weh." Dabei hält er das Brandzeichen mit den zwei Elchschaufeln in die Höhe. Darunter eine Nummer, die mit eingebrannt wird - auf die linke Pobacke der Fohlen. Die Elchschaufeln erinnern an die ostpreußische Heimat der Trakehner. "Es ist wie bei einer Impfung, die Fohlen kriegen nur einen kleinen Schreck, wenn ich das Brandzeichen aufsetze", sagt er. Die Pferdehaut habe ein ganz anderes Schmerzempfinden, als die menschliche.

Als Bezirksvorsitzender des Trakehner-Verbandes für den Zuchtbezirk Neue Bundesländer/Berlin - der mit 500 Mitgliedern und ca. 580 Zuchtstuten zahlenmäßig größte Bezirk in ganz Deutschland - war Mencke jüngst unterwegs, um alle neu geborenen Fohlen bis sechs Monate im Osten zu begutachten. "Ich habe sie für den Verband erstmals erfasst und registriert", erklärt der Ganschower Gestütsleiter. Dabei bekamen die Trakehner-Fohlen auch alle einen Pferdepass. "Wie ein Kfz-Brief", sagt Mencke.

Die Trakehner-Zucht ist für Friedhelm Mencke eine Herzensangelegenheit. 100 dieser Tiere hat er auf seinem Gestüt, davon 25 Zuchtstuten. "Große Augen, harmonischer Körperbau, einfach schön anzusehen", schwärmt er von den Trakehnern. Und vor allem:"Sie sind besonders leistungsbereit und gut zu reiten." 25 Trakehner-Fohlen erblickten in diesem Jahr auf dem Gestüt Ganschow bereits das Licht der Welt.

Nach den erfolgreich beendeten Stutenparaden in Gan schow, zu denen wieder knapp 10 000 Besucher kamen, bereitet sich das Gestüt bereits auf den nächsten Höhepunkt vor: die Auswahl der Junghengste zur so genannten Körung, der Zulassung zur Zucht. "Das ist das große Ziel eines jeden Züchters", sagt Mencke. Kommenden Dienstag findet diese Hengstvorauswahl des Trakehner-Verbandes in Ganschow statt. Alle Züchter aus den neuen Bundesländern werden sich auf dem Gestüt einfinden. "Wir stellen zwei Junghengste zur Körung vor", sagt Mencke schon etwas aufgeregt und hofft, dass sie die Vorauswahl überstehen. Schließlich werden bundesweit nur 60 Hengste zur Körung des Trakehner-Verbandes im Herbst in Neumünster ausgewählt, nur 15 bis 20 von ihnen werden dann auch tatsächlich zur Zucht zugelassen.

"Vergangenes Jahr haben wir dabei einen Volltreffer gelandet", sagt Mencke stolz. Da konnte er auch zwei Hengste zur Körung schicken und einer von ihnen wurde Premiumhengst - das höchste der Gefühle eines Trakehner-Züchters. "Unglaublich, zur Körung zu kommen und dann auch noch so einen Erfolg zu haben", sagt Mencke. Das Bild des ausgezeichneten Trakehners, den Mencke für viel Geld verkauft hat, hängt immer noch in seinem Büro.

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