Zwei Ämter mehr

Wie kann sich eine so junge Frau wie Anja Pöpplau einen Verein mit einem so langen Namen aussuchen: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e. V. (VVN). Die frisch gebackene Stadtverordnete berichtet.

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08. Oktober 2008, 06:54 Uhr

Perleberg - Seit August ist Anja Pöpplau Mitglied bei der VVN in der Basisorganisation Frankfurt/Oder, weil es in der Prignitz noch keine entsprechende Struktur gibt. Und seit Ende September ist die 18-Jährige Mandatsträgerin im Perleberger Stadtparlament, parteilos für die Linken. Zwei weitere Ehrenämter für die Gymnasiastin – die die Sache aber eher locker angeht: „Meine Eltern hätten schon ihr Veto eingelegt, wenn ich das nicht schaffen würde.“

Am Gottfried-Arnold-Gymnasium besucht sie die 13. Klasse, engagiert sich im Projekt „Schule ohne Rassismus“, ist außerdem Macherin der Schülerzeitung „Der Arnold“ und singt im Chor. Auf Anhieb schaffte sie am 28. September den Sprung in die Stadtverordnetenversammlung und dürfte damit eine der jüngsten, wenn nicht sogar die jüngste Stadtverordnete im Land Brandenburg sein. Die Resonanz in den vergangenen anderthalb Wochen sei durchweg positiv gewesen, erzählt Anja Pöpplau. Erste Anknüpfungspunkte habe sie für ihre parlamentarische Arbeit bereits gefunden.

„Es traten tatsächlich bereits Leute mit ihren Sorgen und Problemen an mich heran. Teilweise sind es nur Kleinigkeiten, aber ich werde mich darum kümmern“, sagt die Schülerin und betont, dass sie für Ideen und Anregungen stets offen sei. Heute findet die erste Fraktionssitzung statt. „Ich bin schon sehr gespannt“, verrät die junge Abgeordnete. Verglichen damit ist Anja Pöpplau bei der VVN bereits fast ein „alter Hase“, nahm bereits an den ersten Veranstaltungen und Projekten teil, beispielsweise vor kurzem in Berlin am Aktionstag gegen Rechts und an einer Demonstration gegen den Afghanistan-Krieg.

„Es war meine allererste Demo – coole Atmosphäre. Hatte ich mir gar nicht so vorgestellt.“ Aus diesen Terminen schöpft sie Informationen, Wissen und Ideen für sich selbst und ihr Engagement in der Schule. „Ich finde es enorm wichtig, sich auf dieser Weise mit der Geschichte zu beschäftigen, denn sie ist auch Gegenwart, wie man es zum Beispiel an den Graffitis in Perleberg sieht “, meint die Schülerin. Konkret vorstellen könne sie sich Veranstaltungen oder Abende am Perleberger Gymnasium in Kooperation mit der VVN. Die Vereinigung habe schließlich auch richtig gute, interessante Leute zu bieten.

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