Zum Mauerbau-Jahrestag vor Verharmlosung der DDR gewarnt

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13. August 2008, 06:04 Uhr

Köln/Schwerin - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) warnt vor einer Verharmlosung der DDR. Er halte es für ziemlich gefährlich, „wenn man bagatellisiert, dass die DDR eine Diktatur war“, in der es keine Reise-, Presse- und Meinungsfreiheit gegeben habe, sagte Ringstorff am Mittwoch im Deutschlandfunk zum Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 1961.

Deshalb müsse man „aufklären, damit es nicht weiter zu Ostalgie kommt“, mahnte der SPD-Politiker. So sei „weitgehend unbekannt, dass die DDR-Wirtschaft am Ende war“. Auch wüssten viele junge Leute nicht, „wie die Städte verfielen zu DDR-Zeiten“ und „dass es praktisch fünf vor zwölf war, als die deutsche Einheit kam, um noch einiges zu retten“.

Der Landesvorsitzende der Linken, Peter Ritter, plädierte dafür, der jüngeren Generation ein umfassendes Bild der jüngeren deutschen Geschichte in Ost und West zu vermitteln. „Geschichte hat es nicht nur im Osten gegeben“, sagte Ritter. Die Entwicklungen in Ost und West seien aufs Engste miteinander verknüpft und lange Zeit von den Besatzungsmächten geprägt gewesen.

Ritter wies zugleich den Vorwurf des Landesvorsitzenden der Jungen Union, Sebastian Ehlers, zurück, die Linke würde sich einer umfassenden Aufarbeitung der DDR-Diktatur verweigern. Diese Belehrungen seien überflüssig, weil sie falsch seien, betonte der Landesparteichef.

In kaum einer anderen Partei habe es seit 1989 so viele Auseinandersetzungen über eigene Verantwortung und eigenes Versagen gegeben wie in der Linken. Ähnliches sei beispielsweise in der CDU kaum passiert.

Ehlers mahnte, die Opfer der DDR-Diktatur nicht zu vergessen. Er warnte zugleich vor einer Verklärung der DDR. Mitglieder der Jungen Union erinnerten am Mittwoch mit einer Aktion in der Schweriner Innenstadt an die Todesopfer der vor 47 Jahren errichteten Mauer.

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