Zum Dritten an den Herren links

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15. Oktober 2008, 05:51 Uhr

Rostock - Es könnte ja ein Schnäppchen dabei sein. So dachte gestern eine 37-jährige Rostockerin und machte sich auf den Weg zur Versteigerung des Stadtamtes im Charles-Darwin-Ring. Uhren lagen da, Regenschirme, Spielzeug, Taschen oder Handys – gut sortiert und in Tütchen verpackt. Etwa 150 Personen sind gekommen, stehen dicht an dicht hinter der Absperrung.

Für die 37-jährige Rostockerin schlägt die Stunde erst am Schluss. Da wird ein „relativ gut erhaltenes Sportrad“ mit der laufenden Nummer sechs versteigert. Es sieht gut aus, beinahe neu. Der Auktionator hebt an und die Gebote kommen. 20, 25, 30, 35 und schließlich 90 Euro. Diese Summe bietet die Rostockerin. Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Der Hammer fällt und das Fahrrad gehört ihr. Maximal 110 Euro hätte sie ausgegeben, 20 mehr als sie zahlte. Bingo! „Das wird meinen Mann freuen, ich hab es für ihn ersteigert, er vertraut mir in der Wahl.“

Zwei Männer haben es auf eine Uhr abgesehen. Mindestgebot fünf Euro. Was erst wie ein Kleinkrieg aussieht, steigert sich in die Höhe. Erst bei 215 Euro macht einer der Herren schlapp. Der andere freut sich und zahlt den Preis bar an der Kasse. „Die Marke ist eine sehr gute“, sagt er. Er hatte die Uhr gleich erspäht, sich aber ein Limit gesetzt. Das lag bei 230 Euro. Wirklich, er hätte nicht mehr ausgegeben. Das sei wichtig bei Auktionen: „Man muss bei seiner gesetzten Grenze bleiben.“ Uhren, so sagt er, sind sein Hobby, genauso wie ab und zu eine Versteigerung. Heute aber sei er zufällig dort, weil er Urlaub hat. Zwei Mal im Jahr versteigert das Amt Fundsachen aus dem Rostocker Stadtgebiet. Das gewonnene Geld fließt in die Stadtkasse.

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