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Backhaus lobt Naturschutz und will Fläche auf 30 Prozent ausdehnen : Zu wenig Wald im Land

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Mit den Wäldern in MV können deren Besitzer wieder Geld verdienen. Das sei "eine gute Botschaft", verkündete Agrar- und Forstminister Backhaus gestern, als er den aktuellen Waldzustandsbericht vorstellte.

Mit den Wäldern in Mecklenburg-Vorpommern können deren Besitzer wieder Geld verdienen. Das sei "eine gute Botschaft", verkündete Agrar- und Forstminister Till Backhaus (SPD) gestern, als er den aktuellen Waldzustandsbericht vorstellte. Die Preise für Holz seien im Durchschnitt in den vergangenen vier Jahren um 50 Prozent gestiegen. Insgesamt habe die Holzbranche im Land im vergangenen Jahr 1,7 Milliarden Euro umgesetzt und 15 000 Arbeitsplätze gesichert. Besonders Papier- und Faserplattenwerke seien gute Kunden der Waldbesitzer, so Backhaus.

Als größter unter den rund 45 000 Waldbesitzern in MV profitierte die landeseigene Forstanstalt von dem Trend. Während sie 2009 noch für 29 Millionen Euro Holz verkaufte, erlöste sie im vergangenen Jahr bereits knapp 41 Millionen Euro. Dadurch konnte das Land einige Millionen an Steuergeldern sparen, die für Verluste der Landesforstanstalt eingeplant waren.

Gleichzeitig will Backhaus den Naturschutz in den Wäldern verstärken. Mittelfristig würde ein Zehntel aller Wälder in Mecklenburg-Vorpommern der "natürlichen Sukzession" überlassen - Waldarbeiter jeglicher Art also draußen bleiben. "Wir haben im Waldnaturschutz den Spitzenplatz in Deutschland", verkündete Backhaus. Allerdings ist in Mecklenburg-Vorpommern nur ein knappes Viertel der Fläche mit Wald bedeckt. Das ist bundesweit der niedrigste Waldanteil. Als Fernziel steckte der Minister einen Waldanteil von 30 Prozent ab. Dafür müsste das Land jedoch 1200 Jahre lang jährlich rund 2000 Hektar aufforsten. Einerseits verfügt es nicht über so viel Land und andererseits hat auch die Landwirtschaft weiterhin Bedarf an Ackerflächen.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) warf der Landesforstanstalt unterdessen vor, es mit dem Naturschutz nicht ernst genug zu nehmen. Im Naturschutzgebiet Abtshagen bei Stralsund, wo Laubwälder das Bild prägen, seien gerade wertvolle alt Eichen und Buchen geschlagen worden, so der Nabu-Landesvorsitzende Stefan Schwill. "Ausgerechnet im internationalen Jahr der Wälder ignoriert die Forstanstalt den Naturschutz", empörte sich Schwill. Backhaus sagte eine Untersuchung des Vorfalls zu. Sollten sich der Vorwurf bestätigen, "dann gibt es auch Konsequenzen", so Backhaus.

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erstellt am 22.Jun.2011 | 09:41 Uhr

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