Zorn auf Sprayer wächst: Schon wieder neue Graffiti, Polizei fasst Tatverdächtige

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28. Juli 2008, 07:07 Uhr

Schwerin - „Das geht uns sehr auf die Nerven“, sagt Duc Tin Tran. Die 20-jährige Tochter des Besitzers eines Asia-Imbisses in der Max-Reichpietsch-Straße musste mit ihrer Familie am Sonnabend erneut Graffiti von Fensterjalousien und Wänden des Gastro-Betriebes abwaschen. „Das ist uns nicht überall gelungen, so dass wir auch neue Farbe kaufen mussten, um verschmierte Stellen überzustreichen“, berichtet die junge Frau.

In der Nacht zu Sonnabend waren die Trans wieder einmal Opfer illegaler Graffiti-Sprayer geworden. Bis zu zehn Mal im Jahr müssen sie laut Aussage der Tochter die „Kunstwerke“ der Sprüher entfernen, was auch ins Geld geht. „An den Hochhäusern in der Umgebung sieht es nicht besser aus“, sagt Duc Tin Tran. In der Tat: Nur 50 Meter entfernt haben sich Sprayer in der Anne-Frank-Straße gerade wieder auf einer großen Häuserwand verewigt, die erst kurz zuvor von Graffiti befreit worden war. „Das macht uns zornig“, sagt ein Anwohner.

Der Polizei, die erst vergangene Woche sechs jugendliche Graffiti-Sprayer auf frischer Tat in der Innenstadt vorläufig festnahm, ist unterdessen nach Zeugenhinweisen am Sonnabend ein weiterer Schlag gegen die Szene gelungen: Gegen 11.20 Uhr stellten Beamte zwei männliche Personen beim Sprayen auf dem Hof der Schule „Am Fernsehturm“ in der Hamburger Allee.

Die Tatverdächtigen hatten bereits zwei „Tags“ (Signaturkürzel) an der Wand der Sporthalle angebracht, eins davon zehn Mal zweieinhalb Meter groß. Eine Bank hatten sie mit silberner Farbe besprüht. Die Tatverdächtigen hatten offenbar auch Drogen dabei. Denn die Beamten stellten auch Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Opfer der Schmierereien sehen Stadt in der Pflicht Der Ruf nach wirkungsvollen Gegenstrategien wird angesichts der immer größer werdenden Graffiti-Flut immer lauter. „Es muss jetzt endlich etwas passieren“, sagt auch Duc Tin Tran.

Wie berichtet planen Stadtpolitik und Verwaltung seit geraumer Zeit ein Projekt, das eine Zusammenarbeit von Behörden, Verbänden wie IHK, Handwerkskammer oder Maler-Innung, Ortsbeiräten, Verkehrsbetrieben, kommunalen Wohnungsunternehmen sowie privaten Hauseigentümern vorsieht.

Neben der Beseitigung von Graffiti soll dabei auch Präventionsarbeit mit Jugendlichen eine Rolle spielen, die so den Respekt vor fremden Eigentum lernen sollen. Problem: Noch greift das Projekt auch deshalb nicht, weil dessen Finanzierung noch ungeklärt ist.

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