Frank Demke in Sabel betreibt eine mobile Hundeschule : Ziel: alltagstaugliche Hunde

Frank Demke selbst teilt seinen Alltag mit Kibali und Hidaya, der Rasse Rhodesian Ridgeback.Regina Mai
Frank Demke selbst teilt seinen Alltag mit Kibali und Hidaya, der Rasse Rhodesian Ridgeback.Regina Mai

Sie ziehen an der Leine, jagen jedem Radfahrer hinterher, hören nicht, oder knurren jeden an. Nicht immer kommen Hund und Herrchen oder Frauchen so miteinander zurecht, wie sie es sich wünschen.

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06. Mai 2011, 12:21 Uhr

Sie ziehen an der Leine, jagen jedem Radfahrer oder Läufer hinterher, hören nicht, wenn sie gerufen werden, oder knurren jeden an. Nicht immer kommen Hund und Herrchen oder Frauchen so miteinander zurecht, wie sie es sich wünschen. Frank Demke (49) kann helfen. Der Sabeler hat sich vor gut drei Jahren als Hundetrainer selbstständige gemacht und betreibt eine mobile Hundeschule.

"Die Probleme zwischen Hund und Halter haben in der Regel ihren Ursprung im häuslichen Umfeld", erklärt Frank Demke. Oftmals fehle es an der korrekten Rangeinstellung. Keine Frage für den Hundetrainer: Dem Halter kommt der höchste Rang zu. Das Tier muss sich einordnen. Die Hundeschule auf Trainingsplätzen hat für den 49-Jährigen einen enormen Nachteil. "Der Platz bedeutet für die Hunde Arbeit und Gehorsam. Was sie hier lernen, verfliegt, wenn sie den Platz verlassen haben", denkt der geborene Rostocker der in den 1980er-Jahren nach Sabel kam und ist deshalb lieber bei seinen Kunden zu Hause.

Sich mit Hund beschäftigen, ihn herausfordern

Er habe auch mit Hunden zu tun, die generell ängstlich sind oder nicht im Auto fahren mögen. Und es gäbe auch den Fall, dass sich die Halter vor dem eigenen Tier fürchten. Um beiden zu helfen, beginnt der Hundetrainer mit einer Stunde Theorie. Mancher müsse einsehen, dass ein Hund kein Ersatz für ein Kind oder einen Partner sei. Ein Familienmitglied könne er sehr wohl sein, dazu aber bedarf es Regeln und der oben bereits erwähnten Rangfolge. "Hunde hatten früher einen anderen Stellenwert. Sie wurden gezüchtet, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Sie waren Hütehund oder Jagdhund. Heute ist ihre Aufgabe weitgehend entfallen. Sie sollen Familienmitglied sein", berichtet Frank Demke. Deshalb wäre er am liebsten schon bei der Auswahl des Hundes dabei. Denn das Aussehen des Hundes oder die Tatsache, dass auch der Nachbar einen solchen Hund hat, seien oft schlechte Auswahlkriterien. Eine Begleitung bei der Auswahl des Tieres werde noch zu selten in Anspruch genommen, bedauert der Hundetrainer. Auch sollte bei der Anschaffung eines Hundes ein paar Jahre vorausgeschaut werden.

Wichtigstes Anliegen ist Frank Demke, das Verständnis zwischen Mensch und Tier zu befördern. Der Halter müsse sich mit dem Hund beschäftigen, ihn herausfordern. Täglich die gleiche Runde zu gehen, langweile irgendwann den Vierbeiner. "Es braucht viel Geduld und Fleiß - auf beiden Seiten", sagt der Hundetrainer und setzt im Durchschnitt zehn Übungsstunden an. Oberstes Ziel dabei sei es, die Hunde alltagstauglich zu machen, betont der 49-Jährige, der viele Jahre seinen Lebensunterhalt als Lkw-Fahrer verdiente. Rückenprobleme hätten ihn zum Umdenken gezwungen. Er ließ sich zum Orthopädietechniker ausbilden und erwarb nebenbei an der Chiemgauer Hundeschule eine Trainerlizenz und entschied sich schließlich sein Hobby zum Beruf zu machen und die Teamwork-Hundeschule zu gründen.

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