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Zeugnis aus Steinzeit nun geschützt

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erstellt am 15.Sep.2010 | 07:31 Uhr

Katelbogen | Unscheinbar steht mitten auf einem Maisfeld in Katelbogen eine Baumgruppe mit großen Feldsteinen, die unter Denkmalschützern Faszination auslöst. Dahinter verbirgt sich ein Großsteingrab, es zählt jetzt offiziell zu den nationalen Kulturdenkmälern. Kürzlich erhielt die Gemeinde Baumgarten eine Urkunde mit dem Prädikat: "schützenswertes Kulturgut", und dem Siegel der Bundesregierung.

Touristen und Neugierige haben sich längst einen Weg zu dem Steingrab gesucht und das Denkmal für sich entdeckt. Der Trampelpfad führt mitten durch das Maisfeld. Die Rinden der Bäume ringsum sind gezeichnet von den Besuchern, die sich mit ihren Initialien und einem scharfen Messer verewigt haben. Auf der Anhöhe angelangt zeugen noch die Anordnung der Feldsteine von dem Grab, in dem voraussichtlich um 3000 vor Christus Menschen bestattet worden sind. Die Umfriedung des Hünenbettes ist nur noch teilweise zu sehen. Die Kammer misst in der Länge insgesamt acht Meter. Inzwischen ist es bis auf die Deckenbalken aufgeschüttet worden. "Es ist deshalb so bedeutend, weil es so gut erhalten ist - und das ist selten", sagt Dr. Norbert Nieszery, SPD-Fraktionschef im Schweriner Landtag und von Hause aus Archäologe. Er freue sich "außerordentlich", dass das Bodendenkmal in die Liste aufgenommen wurde. Bereits 1966 ist der Archäologe Professor Schuldt auf das Grab gestoßen und untersuchte es umfangreich. Grabungen brachten auch typische Grabbeilagen, meist von jüngeren Nachbestattungen zum Vorschein. Hans-Ulrich Klenz ist der Gemeindearbeiter Baumgartens und beobachtet immer wieder Menschen, die auf die Anhöhe aufmerksam werden. "Das spricht sich wohl rum", sagt er. Inzwischen dürfe dort auch nicht mehr der Rasen gemäht werden, erhielt er die Anweisung. Klenz schaut regelmäßig nach dem Ort und hält ihn in Ordnung. Erworben hat das Land der Landwirt Degenhard Lenga bereits vor zwölf Jahren. "Ich habe es damals von der BVVG gekauft, da gehörte das Hünengrab schon dazu", sagt der Gemeindevertreter.

Die Auszeichnung erhalten Denkmale, die die deutsche Geschichte geprägt haben, erklärt Dr. Michael Bednorz, Leiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege. "Sie haben beispielsweise Priorität, wenn es um Fördermittel zum Erhalt von Kulturstätten geht."

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