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Prozess am Schweriner Landgericht fortgesetzt : Zeugen sagen für Profiboxer Brähmer aus

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Eine optimale Wettkampfvorbereitung sieht vermutlich anders aus: Zwei Tage pro Woche sitzt Profiboxer Jürgen Brähmer derzeit auf der Anklagebank im Schweriner Landgericht.

svz.de von
erstellt am 17.Mär.2011 | 10:42 Uhr

Eine optimale Wettkampfvorbereitung sieht vermutlich anders aus: Zwei Tage pro Woche sitzt Profiboxer Jürgen Brähmer derzeit auf der Anklagebank im Schweriner Landgericht. Wahrscheinlich wird der Berufungsprozess gegen den 32-jährigen WBO-Weltmeister weitergehen, wenn der Boxer seinen Titelverteidigungskampf am 21. Mai in London längst hinter sich hat.

Vom Amtsgericht war der vorbestrafte Halbschwergewichtler vor mehr als einem Jahr zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Wegen Körperverletzung in zwei Fällen und Beleidigung soll er 16 Monate in Haft. Dagegen legte er Berufung ein. Auch die Staatsanwaltschaft hat das Urteil angefochten. Vorige Woche begann die Berufungsverhandlung. Gestern wurde die Zeugenbefragung fortgesetzt.

Ein heute 49 Jahre alter Mann war mit seinen Kumpeln nach einer Bootstour in der Septembernacht 2008 in der Diskothek, als Brähmer mit einer Frau in Streit geraten sein soll. Laut Urteil hat der Boxer sie beleidigt und ihr mit dem Handrücken ins Gesicht geschlagen. Was der Angeklagte bestreitet. Der Zeuge sagte, die Frau sei "hysterisch" und "ziemlich unter Alkohol" auf Brähmer zugelaufen, habe ihn mit einer Flüssigkeit beschüttet und versucht, etwas nach dem Profiboxer zu werfen. Doch ein ehemaliger Polizist habe sich wie ein "Bodyguard" vor Brähmer gestellt, um ihn vor der Frau zu schützen. Irgendwie sei sie dann auf ihrem "Gesäß" gelandet.

Ein inzwischen 40-jähriger Freund von Brähmer hatte eigenen Angaben nach damals eine Liaison mit der Frau. Er will mit ihr seinerseits in Streit geraten sein - ein paar Stunden nach deren Auseinandersetzung mit Brähmer, sagte er gestern. Weil er nicht glauben wollte, dass Brähmer sie geschlagen hat, habe er sie beschimpft. Als sie ihn daraufhin attackierte, habe er sie mit einer Abwehrbewegung wohl im Gesicht getroffen. Für die Urteilsfindung wird auch eine Rolle spielen, wann genau sich die Frau eine Verletzung an der Nase zugezogen hat.

Vor dem Amtsgericht war es mitunter lautstark und emotionsgeladen zugegangen. Später war gegen Verteidiger Johannes Eisenberg wegen Beleidigung des Staatsanwaltes und eines Zeugen ermittelt worden. Das Verfahren ist eingestellt worden, sagte der Rechtsanwalt gestern. Im Vergleich zur ersten Runde wirkt die Atmosphäre nun nahezu friedlich. Bislang jedenfalls.

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