Zettel mit Hakenkreuz in Briefkästen gefunden - Staatsschutz ermittelt in der Weststadt

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12. August 2008, 07:52 Uhr

Weststadt - Handzettel mit neonazistischem Inhalt haben mehrere Anwohner der Johannes-Brahms-Straße gestern in ihren Hausbriefkästen gefunden. Unbekannte hätten die Zettel mit Hakenkreuz und der Parole „Wir sind wieder da! NSDAP“ in der Weststadt verteilt, sagte Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeidirketion Schwerin.

„Als Herausgeber der großen Zettel gibt sich ein Versandhandel aus den USA zu erkennen, dessen Besitzer den Schweriner Ermittlungsbehörden bereits bekannt ist“, so Wiechmann.

Eine Frau habe nach dem Fund eines solchen Zettels gestern Vormittag die Polizei verständigt. „Der Staatsschutz hat ein Verfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Parallel dazu befragte die Polizei gestern Anwohner in Lankow, um Hinweise auf den oder die noch unbekannten Verteiler der Handzettel zu erlangen“, so Polizeisprecher Wiechmann. Bislang seien im Stadtteil fünf Zettel sichergestellt worden.

Die Kriminalpolizei bittet weitere Betroffene, sich zu melden. Allerdings sollten die Zettel nicht angefasst werden, damit die Polizei mögliche Fingerabdrücke oder andere Spuren als Beweismittel sichern kann. Wer Angaben zu Personen machen kann, die die Zettel vermutlich zwischen zwischen Montagabend und Dienstagfrüh in die Briefkästen gesteckt haben, sind ebenfalls aufgerufen, sich umgehend zu melden. Hinweise an den Staatschutz der Kriminalpolizeiinspektion, Telefon 0385-2 07 00 oder an jede andere Polizeidienststelle.

Entsetzt über die Vorgänge in der Weststadt zeigte sich gestern auch der Ortsbeiratsvorsitzende Peter Schult. „Die Aktion ist für mich Beleg dafür, dass die Stadt richtig gehandelt hat, den Kandidaten der rechtsextremen NPD von der anstehenden OB-Wahl auszuschließen“, so Schult.

Er bedankte sich bei den Weststädtern, die den Mut gefunden hätten, den Fund der neonazistischen Handzettel anzuzeigen. Schult: „Das zeigt, dass sich unsere Gesellschaft gegen menschenverachtendes Gedankengut zur Wehr setzt.“

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