Zbik verteidigt Interkontinental-Titel souverän

von
20. April 2008, 08:19 Uhr

Magdeburg - Profi-Boxer Sebastian Zbik hat die Tür zu einer Europa- oder gar Weltmeisterschaft ganz weit aufgestoßen. Der 26 Jahre alte WBO-Intercontinental-Meister aus Schwerin besiegte Samstagabend vor 3000 begeisterten Zuschauern in der Magdeburger Bördelandhalle Herausforderer Marco Schulze (Velten) in zwölf Runden einstimmig nach Punkten (118:110, 117:111, 119:109) und meldete damit nachhaltig seine Ambitionen auf einen großen Titel an. „Ich hoffe, dass wir das noch in diesem Jahr hinbekommen. Das Format dafür hat Sebastian in jedem Fall“, sagte Spotlight-Promoter Dietmar Poszwa nach dem 22. Sieg seines ungeschlagenen Schützlings.

Bei seiner dritten Titelverteidigung lieferte Zbik die zweifellos beste Leistung seiner fast vierjährigen Profikarriere ab. Voll konzentriert, ohne zu verkrampfen drängte der Schweriner dem Herausforderer seinen Stil vom ersten Gong an auf und reagierte auf dessen stürmisches Anrennen immer wieder mit klugen und gezielten Kontern. „Ich wollte sofort zeigen, wer der Herr im Ring ist. Das ist
mir, glaube ich, ganz gut gelungen“, berichtete der Schützling von Trainer Fritz Sdunek.

Schulze musste bereits in den ersten Runden Serien von klaren Kopftreffern hinnehmen, steckte diese aber scheinbar ungerührt weg. Stürmisch angefeuert von Schlachtenbummlern aus dem heimischen Reinberg bei Altentreptow boxte Zbik seinen zehn Zentimeter kleineren Kontrahenten in der Folge nach allen Regeln der Kunst aus und ließ eigentlich keine Wünsche offen.

In der elften Runde wackelte Schulze schon, rettete sich aber über die Zeit und auch über die Schlussrunde. „So einen K.o. kannst du nicht erzwingen. Dann verkrampfst du und läufst Gefahr, selbst entscheidend getroffen zu werden“, meinte der alte und neue WBO-Interconti-Champ.

Das aber wollte keiner, Trainer Sdunek schon gar nicht. Ihm bereitete Zbik ein schönes nachträgliches Geschenk zu seinem 61. Geburtstag. „Das habe ich gern angenommen. Sebastian hat gezeigt, dass er wieder einen deutlichen Schritt vorangekommen ist. Er muss sich vor niemanden verstecken“, meinte der Meistermacher zufrieden. Die beiden deutschen Weltmeister in diesem Limit, Arthur Abraham und Felix Sturm, sowie Europameister Sebastian Sylvester aus Greifswald dürften gewarnt sein. In Zbik ist ihnen ein ebenbürtiger Kontrahent auf ihrer Mittelgewichtsbühne erwachsen.

Das sah auch Zsolt Erdei so. „Was Sebastian abgeliefert hat, war boxerisch vom feinsten. Wenn er noch ein, zwei Kämpfe auf diesem Niveau abliefern kann, ist er reif für eine EM oder eine WM", schätzte der Ungar ein. Erdei muss es wissen, schließlich hält er bereits seit vier Jahren den WBO-Weltmeistertitel im Halbschwergewicht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen