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20. September 2017 | 22:06 Uhr

Zbik für Schwerin ausgebootet

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jun.2010 | 08:19 Uhr

Hamburg/Schwerin | Jürgen Brähmer statt Sebastian Zbik und Susi Kentikian als ZDF-Hauptkämpferin: Im Hinblick auf die Champions Night am 17. Juli in Schwerin hat die Universum Box Promotion Hamburg am Donnerstagabend die Karten neu gemischt. Das Duell von Mittelgewichts-Interims-Weltmeister Zbik gegen Khoren Gevor werde aus organisatorischen Gründen nicht stattfinden, verkündete Universum gestern per Pressemitteilung. Geschäftsführer Stefan Braune: "Wir brauchten mit unseren Veranstaltungspartnern Planungssicherheit, nachdem Sebastian Zbik den Kampfvertrag nicht fristgerecht unterzeichnet hatte. Daher mussten wir umorganisieren und freuen uns, den Fans zwei weitere Top-Kämpfe mit Lokalmatador Jürgen Brähmer und Susi Kentikian präsentieren zu können."

"Was da abgelaufen ist, ist mir völlig unverständlich"

Zbik kann das nicht nachvollziehen. "Was da abgelaufen ist, ist mir völlig unverständlich. Ich bin schwer enttäuscht, dass Universum mir die Chance nimmt, erstmals in meiner Heimatstadt den Hauptkampf zu bestreiten. Es tut mir auch Leid für meine Fans. Viele hatten sich bereits Karten gekauft, um den Kampf gegen Khoren zu sehen." Dieses Duell, so Zbik weiter, wäre für ihn eine große Chance gewesen, "ein richtig cooler Kampf. Gegen Gevor taten sich Abraham und auch Sturm schwer. Ich hätte beweisen können, dass mehr in mir steckt, als ich gegen die Italiener Spada und Della Rosa zeigte."

Worin Universums fehlende Planungssicherheit gelegen haben soll, kann sich der Schweriner nicht erklären. "Schon der Vertrag zu meinem Kampf am 17. April in Magdeburg enthielt eine Zusatzvereinbarung, in der sogar die Kampfbörse für den jetzt abgesagten Kampf bereits fixiert war", berichtet der 28-Jährige. "Außerdem: Ich hatte gegen Spada trotz eines Loches im Trommelfell geboxt und gegen Della Rosa trotz Grippe in der Vorbereitung. Und ich habe jetzt mehrfach zugesichert, auf jeden Fall zu boxen. Ich hatte nur um ein Gespräch gebeten, um noch einige vertragliche Details - letztlich Kinkerlitzchen - zu klären. Wo also lag die Planungsunsicherheit?"

Überhaupt sei die Geschichte vom verspätet unterzeichneten Vertrag vorgeschoben. "Kampfverträge sieben Wochen vorher zu unterzeichnen, ist nicht üblich. Gewöhnlich passiert das ein, zwei Wochen vor dem Kampf."

In seinem Fall hätte er am 28. Mai, nur zwei Tage nach der Abreise ins Trainingslager Zakopane (Polen), einen Kampfvertrag zugefaxt bekommen. Zbik: "Den sollte ich unterschrieben zurücksenden. Das ging aber nicht, weil große Passagen des Textes unleserlich waren." Am nächsten Tag sei ihm - per SMS und danach per Fax - die Kampfabsage mitgeteilt worden, nebst der Aufforderung zur Heimfahrt. Zbiks von einem WM-Kampf in Puerto Rico zurückkehrenden Trainer Artur Grigorian habe man gleich in Hamburg behalten.

Wie es nun weitergeht, weiß Sebastian Zbik selbst noch nicht genau. "Bis jetzt hatte ich durchtrainiert, weil ich hoffte, dass sich mit dem Kampf in Schwerin alles noch einrenken würde." Zumindest verspricht Universum-Geschäftsführer Braune: "Wir arbeiten mit Sebastian an einem neuen Plan für seine nächste Titelverteidigung."

Zbik am Boden zerstört, Brähmer im siebten Himmel

Während das eine Schweriner Zugpferd des Universum-Stalls am Boden zerstört ist, wähnt sich das andere im siebten Himmel. "Ich freue mich tierisch, dass ich in Schwerin wieder boxen darf. Auch wenn mich die Hamburger im April sehr nett aufgenommen und meinen Namen gerufen haben: Ein Heimspiel ist doch immer etwas Besonderes", jubelt WBO-Halbschwergewichts-Weltmeister Jürgen Brähmer. Der 31-Jährige, der zwei seiner38 Profikämpfe verlor und 29 seiner 36 Siege vorzeitig errang, soll in einer freiwilligen Titelverteidigung auf die Nr. 10 der WBO-Weltrangliste, Alejandro Lakatos, treffen. Der rumänischstämmige Spanier hatte schon vergeblich versucht, Brähmers Universum-Kollegen und WBO-Weltmeister-Vorgänger Dariusz "Tiger" Michal czewski (2001) und Zsolt Erdei (2004) zu entthronen. Eine dritte seiner fünf Niederlagen erlitt Lakatos (31 Siege/23 K.o., 2 Remis) gegen den Argentinier Hugo Hernan Garay, dem auch Brähmer unterlegen war.

Da aber der Schweriner aufgrund seiner laufenden Strafsache (Berufung gegen 16-monatige Haftstrafe wegen schwerer Körperverletzung) vom ZDF als Live-Hauptkämpfer abgelehnt wird, holte Universum Weltmeisterin Susi Kentikian ins Boot. Allerdings wird das Schweriner Publikum wohl nicht in den Genuss des avisierten Rückkampfes gegen Nadia Raoui (Herne) kommen, die die "Killer Queen" im April nur umstritten bezwang. Weil Raouis Gagenforderungen zu hoch sein sollen, konzentriert sich Kentikian (27 Kämpfe, 27 Siege/17 K.o.) auf eine andere Herausforderin. "Wohl eine Mexikanerin", verriet die Fliegengewichts-Championesse von WBO, WBA und WIBF.

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