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Dömitzer Kulturhaus bereitet Stadt Sorgen : Wunsch: Ein verlässlicher Pächter

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Viel Geld, damit das geschichtsträchtige Dömitzer Kulturhaus wieder als Schmuckstück erstrahlt, doch die Ausnutzung des unter Denkmalschutz stehenden Hauses lässt zu wünschen übrig.

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erstellt am 13.Jul.2011 | 12:51 Uhr

"Das Kulturhaus in Dömitz beherbergt den letzten großen Saal in der Stadt, der für ein Gebäude aus der Gründerzeit charakteristisch ist", stellt Architekt Michael Porep die besondere Bedeutung des im Jahre 1905 erbauten Hauses in der Promenade heraus. Porep hat es gemeinsam mit dem Polzer Malermeister Huth geschafft, die einstige originale Farbgebung des seit jeher als gastliches Haus genutzten Gebäudes fast identisch wieder herzustellen. Doch das Kulturhaus bleibt nach der Wiedervereinigung ein Sorgenkind der Stadtverwaltung. Für die Sanierung wurden insgesamt 142 800 Euro in die Hand genommen; der Löwenanteil kam von der Städtebauförderung, aber auch die 39 300 Euro aus dem kommunalen Budget bedeuten für die Kommune eine stolze Summe.

Viel Geld, damit das geschichtsträchtige Haus wieder als Schmuckstück erstrahlt, doch die Ausnutzung des unter Denkmalschutz stehenden Hauses lasse zu wünschen übrig, hofft Bürgermeisterin Renate Vollbrecht auf einen verlässlichen Pächter mit Herzblut, der dem Kulturhaus neues, gastronomisches Leben einhaucht. "Die Stadt vermietet und verpachtet das Kulturhaus bislang zu jeder Zeit und für jeden Interessierten", empfiehlt die Bürgermeisterin das Gasthaus mit Platz für kleine wie große Veranstaltungen. Dass dieser Ort der Geselligkeit mit besonderen Platzangeboten für das öffentliche Leben in Dömitz wichtig bleibt, darauf hoffen der Karnevalsverein DCC und die Vereine in der Stadt. Das Kulturhaus gehöre eben zum Stadtbild.

Dass das Gebäude seit der Erbauung von je her bedeutend war, belegt auch eine Postkarte, die das ehemalige "Köhns Gesellschaftshaus" zeigt. Die Köhns verkauften ihr Anwesen im Jahre 1960 an die Stadt, erhielten dafür Wohnrecht. Der gesellige Treffpunkt erhielt seinen heutigen Namen "Kulturhaus".

Dass dort jede Menge Kultur mit Musik, Tanz, Schauspiel und Karneval stattfand, sich dort Künstler wie der ehemalige DDR-Star Hartmut Eichler oder das NVA-Ensemble "Erich-Weinert" ein Stelldichein gaben, davon kann die Kulturhausleiterin Christel Fuhrmann berichten, die dort von 1960 bis 1988 das kulturelle Leben lenkte.

Nicht kostendeckend zu wirtschaften, das störte zu Zeiten des Zentralratbeschlusses "Kultur aufs Land" nicht. Leider ist dieser finanzielle Schatten auch heute noch schwer zu kompensieren. Doch ohne Kulturhaus geht es in Dömitz eben auch nicht.

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