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Hagenow : Wundersame Wiedergeburt des Mecki

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Das Haus war mal die Nummer eins in der Stadt, was Vergnügen und Veranstaltungen betraf. Und der "Mecki" soll nach dem Willen des neuen Besitzers genau das wieder werden.

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2011 | 12:03 Uhr

Der "Mecklenburger Hof" gehört seit einigen Monaten Martin Giesenhagen, einem unternehmungslustigen Architekten, der zudem auch noch über Erfahrungen im Veranstaltungsbereich verfügt. Der Mann der Brillenfachfrau Sabine Giesenhagen hat sich gemeinsam mit seiner Gattin ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, den mehr als 115 Jahre alten Saal mit all seinen Nebenräumen wieder zum Leben zu erwecken, dauerhaft.

Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt hat Giesenhagen, der beruflich viel im Neubrandenburger Raum unterwegs ist, bereits enorm viel in das Projekt reingesteckt. "Wir sind jetzt soweit, dass wir den Saal mit Gastronomie guten Gewissens anbieten können, und wir wollen in diesem Jahr mit einer ganzen Reihe erfolgreicher Veranstaltungen den doch etwas ramponierten Ruf des ,Mecki wieder deutlich aufpolieren."

Wie das gehen soll, wird am kommenden Wochenende zu erleben sein. Am Sonnabend ist ab 20 Uhr das Berliner Kabarett "Syndicat" mit dem Programm "Finale im Irrenhaus" zu erleben. Der Abend ist schon seit langem fast ausverkauft. "So soll es möglichst immer sein, wir machen lieber weniger, dafür ist dann auch der Saal voll. Misserfolge hat es schon genug gegeben."

Dass die neue Truppe, zu der viele Helfer und Unterstützer gehören, es kann, ist in der jüngsten Vergangenheit bereits bewiesen worden, z. B. bei der Brillenparty oder beim Tanz in den Frühling,

Auch wenn vom legendären Hagenower Saal von außen kaum etwas zu sehen ist, so ist in dem Komplex in den vergangenen Monaten sehr viel passiert. So ließ Giesenhagen als eine der ersten Aktionen die Bühne umbauen, in den Saal hineinziehen, verbreitern und mit einer Treppe versehen. Der Saal bekam eine vernünftige Bestuhlung für gut 200 Gäste. Neben einer Bar, die einmal zu einem Projekt namens "Irish Pub" gehören soll, gehört auch ein großer Tresen mit vernünftigen Ausschankmöglichkeiten zur Ausrüstung. Auf Vordermann gebracht wurde die Garderobe, die mehr als vorzeigbar geworden ist. Gleiches gilt für die sanitären Anlagen, und natürlich wurde auch eine moderne Küche eingebaut. Der Saal, den es seit 1896 gibt, verfügt jetzt über eine moderne Beleuchtung, so dass die großen Wagenräder-Lampen in der Mitte nur noch selten verwendet werden müssen. Dazu kommen ein Lagerraum, Staumöglichkeiten fürs Mobilar - aus der bisherigen Verlegenheitslösung, die der "Mecki" in den vergangenen Jahren als Teil einer Insolvenzmasse immer war, ist jetzt ein vorzeigbarer Veranstaltungs tempel geworden. Die Tanzschule Wolgast ist hier bereits zu Hause, es gibt Planungen für ein Bluesfest am 12. März, die nächste Brillenparty steht an... Bei den Vorhaben werden die Nachbarn nicht vergessen, der griechische Wirt wird bei Bedarf eingebunden, mit Frank Maiwirth steht ja nach Wunsch noch ein weiterer, erfahrener Koch bereit. Der Saal wird jetzt schon gebucht für private Feiern und Veranstaltungen.

Und Giesenhagens haben noch viel weitere Pläne mit dem "Mecki". Sie denken über einzelne Kinovorführungen nach, die Leinwand gibt es bereits. Geplant ist ein neuer Durchbruch in Richtung altes Kino, hier ließe sich bei großen Veranstaltungen z. B. ein Buffetzelt aufbauen, Faschingsfeiern wären denkbar und natürlich und von vielen gefordert ganz normale Tanzabende für die reifere Jugend. Zielgruppe ist schon der Bereich von Ende 20 bis in die 50er-Jahre hinein. Martin Giesenhagen, der bereits etliche Zehntausend in seinen neuen Besitz gesteckt hat, will die Sache entspannt angehen. Wenn sich das alles rechne, könne man auch über den Bau einer Galerie und eine Wegnahme der bisher so störenden Holzstützen in den Seitenschiffen nachdenken. Der Umbauaufwand dafür sei allerdings gewaltig.

Als nächstes Ziel steht neben einem vollen Saal zu allen Veranstaltungen die Verschönerung und vorsichtige Sanierung der Außenansicht an. Hier gibt es, warum auch immer, jedoch strenge Auflagen der Behörden.

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