Lebensgemeinschaft fühlt sich von Arge allein gelassen : Woosmerhof: Mehr als ein Vorschuss kam nicht

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Frank Stüber kann seinen Unmut noch im Zaum halten, seine LebensgefährtinPieper nicht. Die Familie, mit Kind, muss im Monat mit weit unter 700 Euro auskommen. Die Ursache dieses Übels sei die Arge.

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06. Dezember 2010, 12:02 Uhr

Woosmerhof | Die Begrüßung von der Tochter für den abendlichen Gast von der Zeitung fällt kurz aus. Schnell ist die 17-Jährige in ein Zimmer verschwunden. Der Familie geht es finanziell schlecht. Davon zeugt auch ein leerer Kühlschrank. Sie müssen mit einem monatlichen Budget von weit unter 700 Euro auskommen. Die Ursache dieses Übels sei die Agentur für Grundsicherung (Arge). Auf den Leistungsbescheid von dort wartet Stüber sehnlichst - bislang vergeblich.

Die finanzielle Situation sah vor einem Jahr noch rosiger aus: Felizitas Pieper und ihre Tochter lebten im eigenen Haus von einer Witwenrente und Kindergeld. Den 44-jährigen Frank Stüber habe sie kennen gelernt und es lief dann familiär auch bestens zusammen. Im Woosmerhof 14 zog wieder Lebensfreude an. Bis der Berufskraftfahrer seine Fahrerlaubnis verlor und deshalb auch prompt gekündigt wurde. Allerdings mit der Option, so die Ansage von Stüber, dass ihn sein ehemaliger Arbeitgeber einstellen werde, so bald die Fahrerlaubnis wieder vorliege.

Es folgte im vergangenen August der Gang zur Agentur für Arbeit. Dort folgten die Formalitäten, um für eine bestimmte Zeit noch Arbeitslosengeld I zu beziehen. Allerdings musste Stüber gleich eine Sperrfrist für das Arbeitslosengeld von drei Monaten hinnehmen. Der Führerscheinentzug erlaubte die geldlose Wartezeit, so die Antwort auf seine Nachfrage. Den Antrag auf ALG II, also Hartz IV, füllte Stüber aber gleich mit aus und erhielt prompt einen Vorschuss von 57 Euro ausgezahlt, berichtet Stüber. "Das war`s dann aber auch bis heute", platzt seine Lebensgefährtin ins Gespräch hinein. Sie hätten ihre gesamten Lebens- und Vermögensverhältnisse offen legen müssen, so Pieper. Immer wieder bekamen sie zu hören, dass noch nicht alle Dokumente vollständig seien. Immer wieder wurden Papiere nachgereicht. Letztlich habe sie einen Koffer voller Schriftwechsel und Dokumente zum Arbeitsamt nach Ludwigslust getragen und vorgelegt. Die Unterlagen wollte eine Mitarbeiterin kopieren und bearbeiten. "Bis heute haben wir keinen Bescheid erhalten. Hartz IV hat für uns nicht stattgefunden", verstehen Felizitas Pieper und Frank Stüber die Welt nicht mehr. Wir wissen uns keinen anderen Rat mehr, als öffentlich auf unsere Not hinzuweisen.

Auf die Anfrage bei der Arge erhielt die SVZ-Redaktion die Antwort, dass erst Auskunft erteilt werden könne, wenn die Freigabe durch Herrn Stüber schriftlich eingegangen sei.

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