Petition gegen Entscheidung der Wahlbehörde : Woosmeraner empört über "Willkür"

Insgesamt 212 Unterschriften gegen die Schließung des Wahllokals in Woosmer halten Annett Schwenk (links) und Edeltraud Losch in den Händen. zvs
Insgesamt 212 Unterschriften gegen die Schließung des Wahllokals in Woosmer halten Annett Schwenk (links) und Edeltraud Losch in den Händen. zvs

Die wahlberechtigten Bürger in Woosmer laufen Sturm gegen die Schließung des einzigen Wahllokals in ihrem Heimatort. Im Jugendclub wird künftig nicht mehr gewählt.

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27. Mai 2011, 10:54 Uhr

Die wahlberechtigten Bürger in Woosmer laufen Sturm gegen die Schließung des einzigen Wahllokals in ihrem Heimatort. Im Jugendclub wird künftig nicht mehr gewählt .Eine Entscheidung, die die Leiterin der Wahlbehörde, Iris Weber - Verwaltungschefin im Amt Dömitz-Malliß -, bereits jetzt für die Wahlen Anfang September erwirkt hat. Ihre Entscheidung hat Rechtskraft, wurde im Einvernehmen mit der Bürgermeisterin der Gemeinde Vielank, Christel Drewes, beschlossen - was diese gegenüber der SVZ bestätigte.

Um ihr Grundrecht auszuüben, müssen die Wähler des 300-Seelen-Ortes zukünftig rund vier Kilometer nach Tewswoos fahren. Bisher waren es bis zum Wahllokal nur einige hundert Meter. Die deutlich weitere Strecke wollen viele Menschen in Woosmer nicht widerstandslos hinnehmen. Sie sind empört und starteten eine Unterschriftenaktion für eine Petition: 212 Einwohner unterzeichneten.

Hauptargument der Unterzeichner ist die ihren Angaben zufolge überdurchschnittlich hohe Wahlbeteiligung in dem Ort. Die Angst der Kritiker: Ein Rückgang der Wahlbeteiligung. Der Wegfall des Wahllokals wird in einem Atemzug mit dem Verschwinden von Post, Bank, Konsum, Kindergarten, Feuerwehr und letztlich auch der gemeindlichen Eigenständigkeit gesehen. Der Begriff "Willkür" macht in Woosmer die Runde. Die Entscheidung gegen das Wahllokal sehen die Unterzeichner als Repression der mündigen Bürger. Zudem sehen die Unterschriftengeber das Wahlrecht zumindest in soweit beeinträchtigt, dass nun nicht mehr ein Wahlraum nach den örtlichen Verhältnissen vorhanden ist, der insbesondere Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen die Teilnahme an der Wahl erleichtert.

Die Leiterin der Wahlbehörde wie auch die Bürgermeisterin sehen keinen Grund für ein Zurück: Die Wahlbeteiligung in Woosmer sei nachvollziehbar gesunken. Auch in anderen Orten im Amtsbereich kam in jüngster Zeit das Aus für Wahllokale mangels Wählerbeteiligung. Als weiteres Problem käme hinzu, dass immer weniger freiwillige Wahlhelfer zu finden seien. Nicht zuletzt spare man Steuergelder ein. Für die Bürger stehe neben der Briefwahl auch - zumindest für Woosmer - ein Shuttleservice bereit, informierte Bürgermeisterin Drewes.

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