Wohnhaus sollte brennen

Flammen suchen auf dem Dachboden in der Stein-Hardenberg-Straße 28 nach Nahrung. Der Brandstifter von Wittenberge hat gestern früh wieder gezündelt. Erstmals hat er sich ein bewohntes Haus ausgeguckt. Zwölf Stunden zuvor war sein Versuch gescheitert, das große leer stehende Eckhaus in der Röhlstraße 9 abzufackeln.

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14. Oktober 2008, 05:34 Uhr

Wittenberge - Es ist Dienstag gegen 8 Uhr. Werner Labus hat vom Bäcker frische Brötchen geholt. Er geht durch die Beethovenstraße, will zu seiner Wohnung in der Stein-Hardenberg-Straße. Sein Blick fällt auf das Haus Nummer 28. Rauch steigt auf. Eigentlich nichts Besonders. Aber Rauch ohne einen Schornstein? Labus und seine Frau gucken auf von der Hinterfront auf die 28, schließlich wohnen sie gleich neben an. Rauch quillt unter dem Dach hervor. Familie Labus spricht kurz mit der Hauseigentümerin, eilt nach oben auf den Boden. „Kaum hatten wir die Tür auf, da sahen wir schon die Flammen, die waren nicht klein“, erinnern sich Labus’.

Die Feuerwehr ist in einer super Zeit zur Stelle. Für die Kameraden ist es schnell klar, das Feuer in einem Bodenverschlag war sorgfältig vorbereitet worden. Sie können die Flammen schnell löschen. Um sicher zu gehen, dass keine Glutnester im Gebälk verblieben sind, „haben wir mit der Wärmebildkamera der Kreisverwaltung noch alles abgesucht“, fasst Wehrchef Christ Brandt zusammen. Ihm und allen anderen Kameraden der Wittenberger Wehr sowie den Feuerwehren umliegender Orte zollt Bürgermeister Dr. Oliver Hermann höchste Anerkennung: „Sie agieren höchst professionell. Besser kann man es sich gar nicht denken.“ Der Bürgermeister nennt auch die Arbeitgeber, „die die Kameraden für die Einsätze freistellen“. „Wir sind sehr froh.“

Seit dem 21. September sind die Kameraden in der Stadt in besonderer Weise gefordert. An jenem Tag brannte es das erste Mal in der Maybachstraße, am 26. das nächste Mal. Es ging Schlag auf Schlag mit den Feuern. Der Verdacht auf einen Brandstifter erhärtet sich. Am Freitag letzter Woche zündelt der Unbekannte erstmals auf dem Dachboden eines Leerhauses in der Bahnstraße, das an ein bewohntes Gebäude grenzt. Am Montagabend gegen 20 Uhr schlagen Flammen aus einer Dachgaube in der Röhlstraße 9. Im Haus nebenan wohnen Leute. Verstört, voller Sorge und mit Ängsten gucken die Mieter dem Tun von Feuerwehr und Polizei zu. Stadtbrandmeister Rainer Bösel und Wehrchef Chris Brandt können die aufgeregten Nachbarn beruhigen. Das Feuer, wieder war es auf dem Dachboden gelegt, ist schnell gelöscht, die Gefahr gebannt. „Welch ein Glück“, sagt ein Mann, dem noch der Schrecken ins Gesicht geschrieben steht.

Die Kriminalpolizei hat eine Ermittlungsgruppe gebildet. „Einzelheiten zum Stand der Arbeit können wir aus taktischer Sicht nicht bekannt geben“, sagt gestern Pressesprecherin Katy Gollnick und fügt auf Nachfrage hinzu: „Wir wissen nicht, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt.“ Der Bürgermeister seinerseits geht davon aus, „dass die Bürger aufmerksam sind und Hinweise an die Polizei geben“.

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