Wohnen in Güstrow am teuersten

Bedürftige, die auf Zuschüsse für Heizung und Unterkunft angewiesen sind, bekommen ab September im Landkreis Güstrow neue Fördersätze, fast überall bedeutet das etwas mehr Geld. Der Kreistag verabschiedete eine Richtlinie, die tatsächliche Kosten in Wohnungen zur Basis hat.

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20. Juli 2008, 08:19 Uhr

Bützow/Güstrow - Bützower bekommen etwas, Güstrower einiges mehr, Teterower weniger: So lässt sich verknappt zuammenfassen, was der Kreistag zu angemessenen Leistungen für Unterkunft und Heizung Arbeitsloser und anderer Bedürftiger beschlossen hat. Per Gerichtsbeschluss sind Kommunen aufgefordert, die tatsächlichen Kosten für Wohnungen zu ermitteln, danach die Zuschüsse auszurichten. Der Landkreis habe jetzt dafür eine gute Basis: Nach erneutem Anlauf hätten viele Wohnungsunternehmen reagiert und die Miet- bzw. Nebenkosten ihrer Wohnungen angegeben – unterm Strich für 14100 von 26000 Mietwohnungen kreisweit.

„Damit haben wir einen repräsentativen Überblick über die tatsächliche Situation des Mietwohnungsmarktes“, sagt Vize-Landrat Dr. Rainer Boldt. Im Mai hat der Kreistag den Beschluss zur Richtlinie abgelehnt, da viele Unternehmen ihre Daten nicht lieferten (SVZ berichtete). Im zweiten Anlauf sind neben Güstrow, Bützow und Teterow auch die Städte Laage, Krakow und Gnoien mit eigenen Kostensätzen vertreten. Mieter im restlichen Kreisgebiet und den ländlichen Ortsteilen der Städte erhalten einen einheitlichen Satz.

Auf Basis der neuen Zahlen wird es bei der Zahlung von Zuschüssen für Unterkunft und Heizung ab September einige Änderungen geben. So schwankt der Höchstsatz für einen Drei-Personen-Haushalt mit bis zu 75 Quadratmeter Wohnfläche örtlich um bis zu 50 Euro im Monat: Güstrow 507,75; Bützow 495,00; Teterow 448,50; Gnoien 457,50; Krakow 487,50; Laage 484,50; restliches Kreisgebiet 474,00 Euro.

Allerdings greift die neue Richtlinie nur bei Neuabschlüssen von Mietverträgen oder großen Veränderungen, betont Boldt und sichert faktisch Bestandschutz für Bedürftige zu, die nach dem alten Modell mehr Geld bekommen. Der Kreis habe jetzt deutlich mehr Arbeit, da für jede einzelne Bedarfsgemeinschaft unterschiedliche Sätze fixiert werden. Boldt: „Das wird ein sehr kompliziertes Verfahren.“ Der Kreistag regte an, die Auswirkungen der Richtlinie ständig zu prüfen.

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