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Lob vom General für Hagenower Bataillon : Wohin marschieren die Hagenower?

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Die Zahl der Ehrengäste ist ein Indiz für die Bedeutung eines Ereignisses. Gemessen daran kann sich die Bundeswehr über die Hagenower Region nicht beklagen: 150 Ehrengästen zur Kommandoübergabe.

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erstellt am 29.Mär.2011 | 10:15 Uhr

Die Zahl der Ehrengäste ist immer auch ein Indiz für die Bedeutung eines Ereignisses. Gemessen daran kann sich die Bundeswehr über die Hagenower Region nicht beklagen, mit mehr als 150 Ehrengästen zur Kommandoübergabe ist dieser Akt sehr gewürdigt worden. Nicht ohne Grund, schließlich sind die einzelnen Kompanien eng mit ihren Partnerstädten verwoben, gehört die Bundeswehr ganz selbstverständlich dazu. Der eine oder andere war sicherlich auch gekommen, um etwas Neues über die Zukunft des Bataillons und seines Standortes zu erfahren. Es gab nichts Neues, selbst Brigadegeneral Benedikt Zimmer als Kommandeur der übergeordneten Brigade erwähnte die anstehende Militärreform mit keinem Wort. In den Köpfen der nach der Kommandoübergabe vorbeimarschierenden Soldaten wird sie sehr wohl eine Rolle gespielt haben. Denn gerade für die Längerdienenden ist es überhaupt nicht egal, wo das Bataillon stationiert ist. Dass gerade Grenadiere weiterhin gebraucht werden, auch für die Auslandseinsätze, steht außer Frage. Doch die Hagenower könnten im Zuge der Reform genauso gut gezwungen sein, nach Torgelow umzuziehen. Doch wer will das schon?

Der verabschiedete Kommandeur Michael Felten hätte sicher gern Klarheit über die Zukunft seines Verbandes gehabt, sein Nachfolger Andreas Kühne wird es mit Sicherheit erfahren und dann auch umsetzen müssen.

Doch zunächst muss sich der Neue, der Ende Dezember erst 41 Jahre alt wird, vor allem mit einem Thema beschäftigen, dem Einsatz in Afghanistan. Auch wenn der erst in zweiten Halbjahr 2012 ansteht, wird diesem Ziel schon jetzt alles untergeordnet. Bereits in den kommenden Tagen wird das Bataillon die Struktur einnehmen, mit der es später auch nach Kunduz geht. Dort werden die Hagenower mit 380 Soldaten den Kern des so genannten Ausbildungs- und Schutzbataillons bilden. Anders ausgedrückt, die Hagenower werden dorthin müssen, wo es auch einmal weh tun kann. Ab dem dritten Quartal wird das Bataillon drei Einsatzkompanien sowie die Stabs- und Versorgungskompanie für sechs Monate nach Kunduz verlegen.

Für den neuen Chef, Oberstleutnant Andreas Kühne, eine schwere Aufgabe. Muss er doch in den kommenden Woche seine Truppe möglichst gut kennenlernen, um sie dann später im Einsatz zu führen. Der in Hagen geboren Kommandeur hat sich inzwischen voll auf seine Aufgabe eingerichtet und ist auch mit seiner Familie in die Region gezogen. Der gelernte Grenadier und bekennende Marder-Mann hat bisher eine wirkliche Bilderbuchkarriere hingelegt und sich nicht umsonst gegen eine große Schar von Mitbewerbern als Kommandeur durchgesetzt. Zuletzt war er Grundsatzreferent beim "Deutschen Militärischen Vertreter" bei der Nato in Brüssel. Das ist ein Drei-Sterne-General und Kühne hatte hier die Gelegenheit gehabt, den Einfluss der Politik auf militärische Einsätze sowie die Funktionsweise der Nato kennenzulernen. Das wird ihm bei seinem Einsatz in Afghanistan, der ja auch von vielen politischen Vorgaben geprägt ist, mit Sicherheit helfen.

Kühne selbst machte im ersten Gespräch mit der Schweriner Volkszeitung einen sehr aufgeschlossenen Eindruck. 401, diese Zahl hätte eine Bedeutung in der Bundeswehr, das Hagenower Bataillon sei nicht irgendein Verband. Das hatte auch sein Kommandeur, Brigadegeneral Zimmer, bei der Übergabe ausgesprochen. Kühne übernehme ein stolzes Bataillon, einen erfolgsverwöhnten Verband, hatte Zimmer die Messlatte hoch gehangen. Er, so Zimmer, habe sich auf seine Hagenower immer blind verlassen können.

Kühne selbst hat nicht nur alle Stationen bei den Grenadieren durchlaufen, er war auch bei drei Auslandseinsätzen dabei und verfügt u. a. über sehr gute Englischkenntnisse. Alles Voraussetzungen für zwei gute Jahre im Bataillon, denn länger wird auch der neue Kommandeur kaum bleiben.

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