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Kogel: Riesen-Beregnungsanlage geht in Betrieb : Wo sich alles um die Kartoffel dreht

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Die großen Kartoffeln sind auf einem Schlag der Agrar GmbH „Schaaletal“ Kogel gereift, der beregnet wurde. Die Murmeln stammen von einem Schlag des selben Unternehmens, der nicht beregnet wurde.

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erstellt am 07.Jul.2011 | 11:36 Uhr

In dem einen Korb liegen ansprechende Kartoffeln der Sorte Karlena. Groß und rund sehen sie aus, so wie man sich das wünscht. In dem anderen Korb liegen auch Kartoffeln. Die haben allerdings die Größe von Murmeln. Die großen Kartoffeln sind auf einem Schlag der Agrar GmbH "Schaaletal" Kogel gereift, der beregnet wurde. Die Murmeln stammen von einem Schlag des selben Unternehmens, der nicht beregnet wurde.

"So sieht der Unterschied aus. Auf unseren leichten Böden brauchen die Kartoffeln während des Wachstums dringen Wasser", macht der Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Unternehmens, Klaus Zabel, aufmerksam. In diesem konkreten Fall bedeutet die Beregnung eine Verdreifachung des Ertrages. Und das ist für die Landwirte aus Kogel, die als Hauptfrucht die Kartoffel haben, und die vertraglich gebunden sind mit dem Hagenower Kartoffelveredlungswerk, schon ein wichtiger Posten in der Wirtschaftlichkeit.

"Ohne Beregnung ist der Kartoffelanbau auf unseren Standorten schier unmöglich. Den letzen Regen bekamen wir Mitte März, der erste Regen, der da nach wieder kam, war um den 15. Mai. Deswegen arbeiteten wir sehr viel mit Zusatzwasser", macht Klaus Zabel deutlich. Das Unternehmen kann auf zwei Drittel der landwirtschaftlichen Flächen die Beregnung einsetzen. Allerdings hat Zabel so seine Probleme, wenn es um die Förderung von Investitionen in die Beregnungstechnik geht. "Zwar wird von der Politik die Bedeutung des Kartoffelanbaus rund um die Verarbeitungsunternehmen hervorgehoben, allein schon wegen der kurzen Wege. Doch das Landwirtschaftsministerium hat uns die Förderung verwehrt. Das kann ich nicht nachvollziehen", beklagt der Landwirt und schaut nach vorne.

Aber weil die künstliche Bewässerung nachweislich den Ertrag auf den leichten Standorten steigert, steht jetzt bei Kogel die mit ihren 400 Metern Länge größte Beregnungsanlage in unserer Region kurz vor der Inbetriebnahme. Die moderne Technik ähnelt übrigens etwas der alten und ausgemusterten russischen Fregatt-Anlage.

Nach einer ersten Prognose stehen die Kartoffeln auf den beregneten Flächen sehr gut, die Pflanzen und die Frucht gedeihen. Sichtbares Zeichen ist jetzt die weiße Blüte, die sich überall auf den Schlägen rund um Kogel zeigt. Der Zeitplan für den Sommer steht auch schon fest: "Wenn es das Hagenower Veredlungswerk so wünscht, werden wir Ende Juli mit dem Roden beginnen", so Klaus Zabel abschließend.

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