Wo Geburtsstunde der Stadt schlug

Heute steht hier noch eine Ruine, doch demnächst könnte das Gesamtareal gar Touristen anlocken. Doris Ritzka
Heute steht hier noch eine Ruine, doch demnächst könnte das Gesamtareal gar Touristen anlocken. Doris Ritzka

Der St. Nikolai-Kirchplatz: Für Einheimische nicht gerade ein Ort, den man zur Schau stellt. Und doch übt er auch heute noch einen gewissen Charme aus. Dieser könnte gar touristische Bedeutung erlangen. Denn "wenn irgendwo, dann wäre hier so etwas wie ein Geburtsort der Stadt", so Dr. Dieter Hoffmann-Axthelm.

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30. Januar 2009, 07:32 Uhr

Perleberg | Eine Art Erinnerungsmal Nikolaikirche zu schaffen, so die Vorstellungen von Dr. Dieter Hoffmann-Axthelm. Denn sie sei die Kirche der frühesten vorstädtischen Siedlung und später der ersten Stadtgründung. Der Ort der untergegangenen Gründungskirche - die einst abbrannte und schließlich dann abgetragen wurde - wie auch der Kirchhof, als der älteste Begräbnisplatz der Stadt, sollen sinnbildlich ins Heute zurückgeholt werden. Von dieser Idee ist auch der Bürgerverein, dessen Mitglied Dr. Hoffmann-Axthelm ist, durchaus angetan, bestätigt Vereinsvorsitzender Dieter Kreutzer.

Ein Ansatzpunkt für die Überlegungen war am Donnerstagabend auch Gegenstand im Hauptausschuss. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahme "Historischer Altstadtkern" stellte der Eigentümer des Grundstücks St. Nikolai-Kirchplatz 8/9 den Antrag auf Städtebauförderung für den Abriss des Anwesens. Denn was von diesem noch steht, ist eine Ruine. Die Ausschussmitglieder stimmten zu, dass 80 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden.

In diesem Zusammenhang kam die Frage, was soll dann hier passieren? "Wir haben Interesse bekundet, ein Mal der Erinnerung an dem Ort der Stadtgründung zu errichten", so der Bürgervereinsvorsitzende. Eine Mauer auf den historischen Fundamenten der abgerissenen Kirche zu errichten, wie Dr. Hoffmann-Axthelms Vorstellungen sind, werde sicher erst längerfristig in Betracht kommen, wenn die Straße entsprechend saniert sei. "Wir denken kurzfristig an eine Tafel, die Auskunft über dieses Kapitel Stadtgeschichte gibt. Das Ganze eingerahmt vielleicht von einer kleinen Sitzecke", so Kreutzer. Die Bereitschaft der Anlieger sei da, das Geschaffene auch zu pflegen, "denn wir wollen keine zusätzliche Problemecke in der Stadt schaffen".

Derweil müsse die Stadt sich Gedanken machen, wie überhaupt mal mit dem Platz verfahren werde, so Bürgermeister Fred Fischer im Hauptausschuss. Denn die heutigen Fassaden entsprechen zum großen Teil nicht mehr der einstigen Bebauung.

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