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Wittenberger füllen Perleberger Oberschulklasse

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erstellt am 23.Jun.2010 | 06:57 Uhr

Wittenberge | Mit großem Unverständnis reagieren Lehrervertreter aus der Wittenberger Oberschule in der Scheunenstraße auf die gestern bekannt gewordene Entscheidung des Staatlichen Schulamtes Perleberg, an der Friedrich-Gedike-Oberschule in Perleberg zum neuen Schuljahr vier 7. Klassen zu eröffnen und damit in Wittenberge die Bildung von nur zwei statt wie bisher geplant drei 7. zuzulassen. Die Lehrer hatten gestern aus dem "Prignitzer" von der wie es heißt "gründlichen Prüfung" des Schulamtes und der daraus resultierenden Konsequenz erfahren.

"Hier werden für Karstädter Kinder und ihre Eltern Probleme gelöst, das ist gut. Gleichzeitig werden andere Kinder und ihre Eltern vor große Probleme gestellt", sagten gestern im Gespräch mit dem "Prignitzer die Oberschullehrer Christiane Sommerfeld, Kerstin Neubauer, Jahrgangsleiterin für die neuen 7. Klassen, Heiko Bels, Jahrgangsleiter 8. Klasse und Mitglied des Lehrerrates sowie Karin Dlugosch, zukünftige Klassenleiterin in der 7. und ebenfalls Mitglied im Lehrerrat.

Das Staatliche Schulamt hat mit seiner Entscheidung, an der kreisstädtischen Oberschule eine zusätzliche 7. einzurichten auf den Protest der Eltern aus dem Karstädter Raum reagiert (der "Prignitzer" vom 23. Juni, Seite 1). Deren Kinder hätte nach Wittenberge an die Scheunen-Oberschule fahren müssen, weil sie in die ursprünglich genehmigten drei Klassen von Perleberg nicht mehr hätten aufgenommen werden können.

"Wir verstehen voll und ganz, dass die Eltern sich für ihren Nachwuchs einen möglichst kurzen Fahrweg wünschen", formuliert Karin Dlugosch die Meinung auch ihrer Kollegen. "Je kürzer der Weg für die Kinder, desto besser ist es für sie, für das Lernen", fügt Heiko Bels an. Deshalb müsse das Staatliche Schulamt seine Entscheidung auch unbedingt noch einmal überdenken, fordern die Pädagogen aus Wittenberge und sagen: "Wenn an der hiesigen Oberschule nur zwei 7. Klassen eröffnet werden, dann müssen sieben Mädchen und Jungen aus Wittenberge und Umgebung nach Perleberg zur Oberschule fahren. Nach den uns derzeit vorliegenden Anmeldungen werden wir in den zwei Klassen, die hier gebildet werden können, 23 (Integrationsklasse - d. Red.) und 28 Kinder haben. Damit werde die Höchstgrenze erreicht." Erfahrungsgemäß kämen im Laufe des Schuljahres aber noch Schüler aus dem Gymnasium, die das dortige Tempo nicht mithalten und Zuziehende. Wo sollen diese Kinder bleiben, müssen sie auch nach Perleberg fahren? "Und was machen wir mit jenen Mädchen und Jungen aus unserer Schule, die Klassen wiederholen müssen? Für sie haben wir dann in keiner der beiden Klassen auch nur einen Platz frei", formulieren die Oberschullehrer in der Runde mit unserer Zeitung die Fragen und Probleme, die sie seit Lesen des Zeitungsartikels umtreiben.

Ganz abgesehen davon, dass sie es befremdlich finden, aus dem "Prignitzer" und nicht offiziell auf dem Dienstwege von diesem doch gravierenden Einschnitt in das Schulleben erfahren zu haben. Noch eine andere große Sorge treibt sie um: "Dass Wittenberge ein sozialer Brennpunkt ist, allgemein anerkannt. Bei uns lernen auch Kinder, die es nicht leicht haben. Für sie haben wir noch weniger Zeit, wenn die Klassen vollgestopft werden." Die Oberschule erwartet, dass trotz der vierten 7. Klasse in der Nachbarstadt hier drei 7. gebildet werden, "auch wenn das Geld kostet".

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