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Betreiber für die Markthalle in Wismar gesucht : Wismar: Leere Halle und leere Kasse

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Immer wieder drücken sich Neugierige die Nasen an den großen Fenstern platt. Zu sehen gibt es aber nicht viel. Seit einem halben Jahr sucht Wismar einen Betreiber für die Markthalle am Alten Hafen.

svz.de von
erstellt am 10.Jun.2011 | 06:11 Uhr

Wismar | Immer wieder drücken sich Neugierige die Nasen an den großen Fenstern platt. Zu sehen gibt es aber nicht viel. Selten füllen Veranstaltungen die Lokalität. Seit einem halben Jahr sucht Wismar einen Betreiber für die Markthalle am Alten Hafen. Gefunden ist er immer noch nicht.

Obst- und Gemüsehändler, Handwerker und Floristen sollten den Hafen beleben. Die Bürgerschaft hatte den Bürgermeister aufgefordert, ein Nutzungskonzept zu entwerfen, damit auch Veranstaltungen stattfinden können. All das sollte bis Januar fertig sein und die Halle genutzt werden. Passiert ist seitdem nicht viel. Die Stadt sucht noch immer einen Betreiber. Ein erstes Verfahren ist vom zuständigen Ausschuss gestoppt worden. Die Stadt hatte per öffentlichem Aufruf nach Interessenten gesucht. Die drei potentiellen Betreiber präsentierten sich und ihre Ideen. Geht so nicht, befand der Wirtschaftsausschuss. "Wir als Opposition haben das gestoppt", sagte René Domke von der FDP. "Mich hat gestört, dass wir angreifbar sind." Angreifbar heißt: Unternehmer, die sich übergangen fühlen, hätten klagen können.

Nun soll ein neues Verfahren her. Das soll eine andere qualitative Ebene haben, wie der Pressesprecher von Wismar, Frank Junge, sagte. "Was wir erwarten und warum wir es erwarten." Das soll in dem Interessenbekundungsverfahren klar werden. Spätestens zum 1. Januar 2012 soll ein neuer Betreiber gefunden sein, der die Halle für die kommenden drei Jahre übernimmt. 75 000 Euro will die Stadt dafür im Jahr kassieren. Das sind die Kosten, die für den Kredit fällig werden, den Wismar für den Bau aufgenommen hat. Eine Rechnung, die nicht aufgehe, sagte René Domke. Er rechnet vor, dass die Abschreibung für die Halle noch gar nicht erfasst sei. Die müsse aber spätestens ab dem nächsten Jahr, wenn Wismar auf die Doppik umsteigt, auch erwirtschaftet werden. Damit würde sich die Pacht nochmal erhöhen. Im günstigsten Fall kämen für den Betreiber knapp 46 000 Euro hinzu. Im ungünstigsten Falle 92 000 Euro. Da die Halle seit einem halben Jahr leer steht, sind der Stadt schon mindestens 37 500 Euro Einnahmen entgangen. 2,3 Millionen Euro hat der Bau der Halle am Alten Hafen insgesamt gekostet. Knapp die Hälfte dieser Summe bekam Wismar als Fördermittel. Zum einen aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm MV und auch aus dem Programm "Wachstum stärken - Investitionen sichern". Die Kommunen mussten eine Reihe von Bedingungen erfüllen, um von den Fördergeldern zu profitieren, erklärte das Wirtschaftsministerium auf SVZ-Nachfrage. So sollten die Mittel möglichst 2009 ausgegeben werden, die Folgekosten sollten finanziert werden können und die Projekte sollten nachhaltig sein. Zumindest die beiden letzten Punkte sind in Wismar derzeit umstritten. Das wurde vom Ministerium aber nicht überprüft.

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