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17. Oktober 2017 | 15:32 Uhr

Wirtschaftsfaktor Biene

vom

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erstellt am 16.Aug.2010 | 06:11 Uhr

Schwerin/Mühlengeez | Sie ist ein wirtschaftliches Schwergewicht, obwohl sie selbst nur Milligramm auf die Waage bringt. Doch bei der Honigbiene macht es die Menge. "Die Biene gilt als wichtigstes Nutztier nach Rind und Schwein", sagt der Leiter des Bienenzuchtzentrums Bantin, Winfried Dyrba, und beruft sich auf den Würzburger Bienenforscher Jürgen Tautz. Dieser beziffert den Nutzen aus der Bestäubungsleistung der Bienen und deren Honig auf weltweit 153 Milliarden Dollar im Jahr. Dabei sei der Wert der Bestäubung zehnmal höher als der des Honigertrags. Für Obstanbauer sind Bienen unerlässlich. Äpfel, Kirschen und Birnen würden ohne die Bestäubung durch Bienen nur etwa ein Viertel des Ertrages bringen. "Bei der Apfelsorte Jonagold wären es sogar nur 4,8 Prozent", sagt Dyrba.

Die Landwirtschaftsmesse Mecklenburg-Vorpommerns MeLa macht das emsige Insekt in diesem Jahr zum "Tier der MeLa". Den (Imker-)Hut auf haben bei der 20. MeLa vom 16. bis 19. September in Mühlengeez bei Güstrow der Verband der Imker Mecklenburg und Vorpommern sowie sein Bienenzuchtzentrum. Sie zeigen Bienenvölker in Schaubeuten aus Glas, so dass Besucher in den Bienenstock schauen und die Bienen bei der Arbeit beobachten können. In einem Bungalow werde eine Honigstrecke eingerichtet, wo Imker das Schleudern von Honig zeigen wollen, so Verbandschef Wolf-Dieter Feldkamp. Natürlich könne auch Honig verkostet werden.

Blühflächenprogramm hilft Bauern in MV

Die Bienenkästen würden vor einer - dann hoffentlich - blühenden Fläche stehen, ergänzt Dyrba. Lange vor der MeLa wurde eine Mischung aus acht bis zehn Sorten Blütenpflanzen ausgesät. Dieses Saatgut ist für Bauern bestimmt, die sich am Blühflächenprogramm des Landes beteiligen. Die Blühstreifen sollen Bienen helfen, die für sie magere Zeit vom Hochsommer an zu überstehen und mit Blütenpollen für den Winter vorzusorgen.

Agrarbetriebe können seit 2009 Bienenweiden auf maximal zwei Hektar gefördert bekommen. Im Vorjahr nutzten 358 Betriebe das Angebot, in diesem Jahr seien 156 hinzugekommen, sagt Agrarminister Till Backhaus (SPD). Derzeit werde die Wildblumenmischung auf fast 900 Hektar im Land angebaut.

Mit der Präsentation auf der Jubiläums-MeLa wollen die Imker den Landwirten die Leistungen der Bienen bewusst machen und ihnen kleine Tipps geben, wie sie die Imker unterstützen können. Wenn die Bauern blühende Pflanzen als so genannte Zwischenfrüchte mähen, würden Bienen häufig mit zerhäckselt. "Ein Bügel vor dem Schneidwerk lässt die Blüten wackeln, die Biene fliegt auf und davon", erklärt Dyrba ein Hilfsmittel. Auch sollten Herbizide am frühen Morgen gespritzt werden, wenn noch keine Bienen fliegen.

1700 Imker mit 20 000 Völkern im Land

Den Verbrauchern will Verbandschef Feldkamp ans Herz legen, einheimischen Honig zu essen. Die darin enthaltenen Pollen könnten Allergien vorbeugen. Zudem sei er nicht belastet wie etwa Honig aus Ländern mit grüner Gentechnik. Die Honigernte in diesem Jahr werde besser ausfallen als nach dem langen, kalten Frühjahr zu erwarten war, so Feldkamp. Das sei u.a. der Linde zu verdanken, die zwar kurz blühte, aber viel Nektar hatte. Die Zahl der Imker im Land ist laut Verband von 6600 mit 120 000 Bienenvölkern 1990 auf 1700 mit rund 20 000 Völkern gesunken. Die Zahl sei aber seit Jahren stabil und steige wieder leicht an.

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