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Spriewald:amtierenden Vorsitzenden des Vereins Wariner Tafel e.V.

: Wird Essen nach dem Verfallsdatum verteilt?

vom

Die Wariner Tafel versorgt seit einem Jahr Bedürftige im Amt Neukloster-Warin mit Lebensmitteln. Ein Leser wandte sich mit skeptischen Fragen an die SVZ. Redakteur Beitien stellte sie Spriewald.

svz.de von
erstellt am 05.Mär.2011 | 11:50 Uhr

Warin | Die Wariner Tafel versorgt seit einem Jahr Bedürftige im Amt Neukloster-Warin mit Lebensmitteln, wie SVZ berichtete. Aber gibt es nur Grund zum Jubeln? Ein Leser wandte sich mit skeptischen Fragen an die SVZ. Redakteur Michael Beitien stellte sie Andreas Spriewald, dem amtierenden Vorsitzenden des Vereins Wariner Tafel e.V.

Die Tafel kümmert sich seit einem Jahr erfolgreich um Essen für Arme. Ein Wariner Leser berichtete uns nach Gesprächen mit Bekannten, dass aber zuweilen Quark und Joghurt über dem Verfallsdatum ausgegeben werden, dass es nicht immer Wurst und Käse gibt und man frisches Gemüse oft nur noch wegwerfen kann. Was sagen Sie dazu?

Andreas Spriewald: Die Lebensmittelzuwendungen ersetzen nicht den kompletten Einkauf. Es kann nur verteilt werden, was vorher gespendet und entsprechend aufbereitet wurde. Die saisonalen Überschüsse bzw. Engpässe werden durch die Kooperation mit ortsnahen Tafeln ausgeglichen.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass es Engpässe bei der Versorgung mit Wurst, Käse und frischen Gemüse gibt. Auch dürfte es vorkommen, dass gelegentlich Quark und Joghurt mit geringfügiger Überschreitung des Verfallsdatums ausgegeben werden. Die Bürger werden schriftlich darüber belehrt, dass der Genuss dieser Ware auf eigene Gefahr erfolgt.

Der Verein ist bemüht, den Versorgungsgrad aber auch die Qualität zu verbessern. Derzeit sind wir dabei einen weiteren Großmarkt in Neukloster zu gewinnen.

Unser Leser hat errechnet, dass die Tafel pro Woche allein 383 Euro als Betrag der Bedürftigen für Essen einnimmt. Dazu kommen Spenden. Braucht man soviel? Wer kontrolliert die Buchführung?

Im Zuge der Vereinsgründung wurde die Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Güstrow geprüft und festgestellt. Der Verein trägt u.a. die Kosten für die Pacht der Räume und aller anfallenden Betriebskosten, die Kosten des vereinseigenen Kühlfahrzeuges. Er organisiert auch andere gesellschaftliche Maßnahmen, wie z.B. Tag der offenen Tür. Die vorgenannten Kosten werden von Dritten nicht übernommen, sondern sind aus den Spenden zu tragen. Die Bilanz ist ausgeglichen. Die Kontrolle erfolgt durch den Schatzmeister, die Revisionskommission des Vereins bzw. das Finanzamt.

Uns wird berichtet, dass die Tafelnutzer Essen mitnehmen müssen, auch wenn sie es gar nicht mögen oder nicht vertragen und es dann auf dem Nachhauseweg in den Müll schmeißen.

Die Bürger erhalten einen vorbereiteten Lebensmittelkorb. Der Inhalt ist überall gleich und ergibt sich aus den vorhandenen Lebensmitteln. In einem Nebenraum sind weitere Lebensmittel deponiert, welche zusätzlich von den Bedürftigen im Bedarfsfall mitgenommen werden können. In diesem Bereich besteht die Möglichkeit, Lebensmittel, welche nicht benötigt werden, wieder abzulegen. Von einem Zwang, Lebensmittel mitnehmen zu müssen, ist mir nichts bekannt.

An welchen Lebensmitteln mangelt es bei der Tafel? Wo benötigen Sie noch dringend weitere Spender?

Der Verein arbeitet daran, die eigenen Kühlkapazitäten zu erweitern. Derselbe bemüht sich, das Angebot an Milchprodukten, Wurstwaren als auch Obst und Gemüse durch regionale Produzenten/ Kleingärtner zu verbessern.

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