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Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Hülseburg : "Wir müssen das Ehrenamt schützen"

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"Wir müssen unsere ehrenamtlichen Bürger schützen. Speziell die Kameraden der Feuerwehr, die sich während eines Einsatzes am Sonntag Gefahren von zwei Seiten ausgesetzt sahen", erläutert Bürgermeisterin Wolf.

svz.de von
erstellt am 29.Apr.2011 | 08:57 Uhr

Hülseburg | Ein prinzipielles Problem beschäftigt die Gemeindevertretung von Hülseburg in diesen Tagen. "Wir müssen unsere ehrenamtlich tätigen Bürger schützen. Speziell geht es um die Kameraden der Feuerwehr, die sich während eines Einsatzes am Ostersonntag Gefahren von gleich zwei Seiten ausgesetzt sahen", erläutert die Bürgermeisterin Brigitte Wolf.

Worum geht es? Ein Einwohner des kleinen Ortes im Amt Hagenow-Land hatte am Ostersonntag gegen 21 Uhr meterhoch Flammen in der Gammliner Straße gesehen. "Als ich die anrückende Feuerwehr sah, dachte ich zunächst, dass der Kindergarten brennt", erinnert sich die Bürgermeisterin noch recht frisch. Doch nicht der Kindergarten brannte nach Informationen der Polizei, sondern meterhohe Flammen loderten auf dem Nachbargrundstück gleich nebenan. Als die Feuerwehr mit elf Mann auf dem Grundstück die Flammen löschen wollten, kam es zu einem Zwischenfall. Der Grundstückseigentümer verwehrte den Kameraden den Zugang zu seinem Hof und schlug einem Feuerwehrmann mit der Faust unvermittelt ins Gesicht, als der im Begriff war, den Hof zu betreten.

"Unsere Wehr hat dann vom Nachbargrundstück aus versucht, das Feuer zu löschen, was ihr dann auch gelang. Wir mussten doch das Gebäude des Kindergartens sichern, der Funkenflug war enorm", sagte die Bürgermeisterin im Gespräch mit SVZ. Und sie sprach weiterhin ihr Unverständnis darüber aus, dass die herbei gerufene Polizei nicht für einen ungehinderten Einsatz der Hülseburger Wehr sorgte.

"Die Polizei, die immerhin mit zwei Mann und einer Frau vor Ort war, hat den Kameraden keinen Zugang zum Grundstück verschafft, obwohl aus meiner Sicht in dieser Situation Gefahr im Verzug war. Unsere Feuerwehrleute müssen doch geschützt werden, wenn sie in ihrem Ehrenamt im Einsatz sind.

Polizeihauptkommissar Dietmar Meyer, stellvertretender Chef des Hagenower Reviers, sagte dazu auf SVZ-Nachfrage: "Nach unserer Aktenlage war die Feuerwehr durchaus in der Lage, das Feuer vom Nachbargrundstück des Kindergartens aus zu löschen. Deshalb war ein weiteres Einschreiten von uns nicht erforderlich. Wenn es notwendig gewesen wäre und die Wehr hätte nicht handeln können, wären wir eingeschritten", sagte er.

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