„Wir leben jetzt ruhiger“ - Brüeler Umgehungsstraße bringt für Anwohner spürbar Entlastung

Über rund drei Kilometer führt die B 104 heute über die Umgehungsstraße an der Stadt Brüel vorbei. Foto: Roswitha Spöhr
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Über rund drei Kilometer führt die B 104 heute über die Umgehungsstraße an der Stadt Brüel vorbei. Foto: Roswitha Spöhr

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17. September 2008, 07:38 Uhr

Brüel - Ein Beitrag über Umgehungsstraßen in Crivitz, Gadebusch Ribnitz-Damgarten und Brüel in unserer Zeitung weckte in Kurt Riedel sofort Erinnerungen. Der Brüeler hatte sich als Mitglied der Bürgerinitiative „Verkehrsberuhigung“ maßgeblich mit für den Bau der Brüeler Umgehungsstraße eingesetzt.

Diverse Schreiben an Behörden und Ministerien, Protokolle von Einwohnerversammlungen sowie Zeitungsartikel hat er gesammelt und damit einen dicken Ordner gefüllt. „Ich würde mich wieder dafür einsetzen“, sagt der 81-Jährige. Ursula und Günter Zander haben keine andere Meinung.

Die 81-Jährige, die mit ihrem Mann genau so wie Kurt Riedel in der Schweriner Straße wohnt, hatte im Juli 1991 eine Unterschriftensammlung initiiert. „Ich bin von Haus zu Haus gegangen und viele haben unterschieben“, sagt sie.

„Der starke Verkehr hatte bereits deutliche Spuren an den Häusern hinterlassen. Wir mussten im Keller sogar schon Stützpfeiler einziehen“, sagt sie. „Wenn die Rübentransporter nach der Wende leer über das Kopfsteinpflaster geholpert sind, das war am schlimmsten“, erinnert sich Kurt Riedel.

Am 19. Juli 1996 rollten die ersten Fahrzeuge über die neue Umgehungsstraße. Der Weg bis dahin war „steinig“ für die Bürgerinitiative. Eine Demo mit zwei Traktoren, Fahrrädern und vielen Bürgern im Juni 1992, mit der die Bürgerinitiative ihrer Forderung nach einer Verkehrsberuhigung Nachdruck verleihen wollte, brachte Kurt Riedel beispielsweise ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ein. Was dann aber eingestellt wurde.

Heute kann Kurt Riedel darüber schmunzeln. „Denn unsere Aktionen haben sich letztendlich ja gelohnt“, sagt er. „Es war ein langwieriger Weg, aber wenn wir uns nicht so stark gemacht hätten, wäre es nichts geworden“, ist sich auch Günter Zander sicher.

„Ich bin ja jeden Morgen auf dem Radweg an der Umgehungsstraße unterwegs, was da momentan an Autos fährt!“, gibt Riedel zu bedenken. Er ist froh, diese nicht in der Innenstadt zu haben. „Im Februar 1992 fuhren innerhalb von zehn Minuten 99 Autos durch die Innenstadt. Darüber gibt es Aufzeichnungen.

Heute sind es im gleichen Zeitraum im Schnitt 30 Fahrzeuge in der Schweriner Straße und 40 in der Schmiedestraße“, hat Kurt Riedel gezählt. „Wir leben jetzt ruhiger“, freut sich auch Ursula Zander.
„Trotzdem gibt es immer noch Anlass zur Kritik“, sagt Kurt Riedel. „In der Schweriner Straße und in der Schulstraße weisen Verkehrsschilder darauf hin, dass Fahrzeuge über 7,5 Tonnen beide Straßen nicht benutzen dürfen. Aber von offizieller Seite kümmert sich leider keiner darum, dass dies auch eingehalten wird“, ärgert sich der 81-Jährige. Er selbst hat sich deshalb auch schon an die Polizei gewandt. „Die müssten sich doch nur einmal hinstellen und die Nummernschilder aufschreiben“, schlägt er vor. Locker lassen wird er diesbezüglich nicht.

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