"Wir halten es wie die Klitschkos"

Erfolgreiches Brüderpaar: Andreas Raelert (l.) wurde im vergangenen Jahr WM-Dritter auf der Ironman-Distanz der Triathleten. Bruder Michael brachte es auf der halb so langen, sogenannten 70.3-Distanz sogar zum Weltmeistertitel.Herold
Erfolgreiches Brüderpaar: Andreas Raelert (l.) wurde im vergangenen Jahr WM-Dritter auf der Ironman-Distanz der Triathleten. Bruder Michael brachte es auf der halb so langen, sogenannten 70.3-Distanz sogar zum Weltmeistertitel.Herold

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12. April 2010, 07:04 Uhr

Rostock | Eine vollzählig versammelte Familie hat im Hause Raelert im 25 Kilometer südöstlich von Hamburg an der Eider gelegenen Drage Seltenheitswert. Ostern war es seit Weihnachten wieder das erste Mal. Michael kam als frisch gebackener 70.3-Sieger von Oceanside, Andreas aus den Trainingscamps von Fuerteventura und Mallorca wieder in das elterliche Anwesen. Beide Triathleten haben sonst ihren Lebensmittelpunkt in Rostock.

Natürlich wurde da auch über die zukünftigen Pläne geplauscht, schließlich sind die Eltern wichtige Bezugspersonen und Ratgeber. Michael Raelert, der im vergangenen Jahr im US-amerikanischen Clearwater Weltmeister im Halb-Ironman geworden war, verrät eine der dabei unstrittigen Prämissen: "Momentan halten wir es wie die Klitschkos im Boxen: Wir treten nicht gegeneinander an. Selbst bei sogenannten Aufbauwettkämpfen gehen wir getrennte Wege."

Der 33-jährige Andreas und der vier Jahre jüngere Michael wissen, dass sie sich in der "Szene" nicht ewig einem Aufeinandertreffen verschließen können. "Da können wir uns nicht mit dem Boxsport und seinen vielen Weltverbänden vergleichen. 2011 wird es im Oktober beim Ironman auf Hawaii zwei Raelerts in den Startlisten geben", kündigt Andreas, WM-Dritter des Vorjahres von Kona (???) an.

Ein triftiges Argument nennt Michael: "Unser Aus-dem-Weg-gehen hat auch mediale Gründe. Raelert im Doppel-Pack würde es nur sechs Mal im Jahr geben. So aber sind wir mindestens doppelte so häufig präsent in den Medien, die mit einer Ausnahme ohnehin nur spärlich über 70.3 oder Ironman berichten. In den USA hingegen haben diese Wettbewerbe einen ganz anderen Stellenwert." Im Hinterkopf haben beide Raelerts aber auch bessere Vermarktungsmöglichkeiten.

Bruder Andreas kündigt an: "Hier werden wir als gemeinsames Team auftreten. Die Marke ,Raelert-Brothers´ wird unser Label sein. Zukünftig streben wir eine gemeinsame Sponsorengewinnung an. Uns wird es nur gemeinsam geben." Andreas hatte gerade mit Erdinger Alkoholfrei (wir berichteten) einen Kontrakt abgeschlossen. Bestehende Verträge wollen die beiden Hansestädter natürlich erfüllen. Auch auf der Webseite gehen die Rostocker neue Wege. Raelert-Brothers.com wird bald freigeschaltet. "Über diese einheitliche Aufmachung gelangt man dann zu den Links von Andreas oder von mir", sagt Michael Raelert.

Neben dem eisernen Training mit Blick auf die Saisonhöhepunkte im Oktober auf Hawaii (Andreas) und Titelverteidigung in Clearwater im November (Michael) ist die Zeit mit der besseren Außendarstellung ganz schön ausgefüllt. Beide wollen den 70.3-Wettkampf über 1,9-90-21,1 Kilometer Schwimmen, Radfahren und Laufen und den klassischen Ironman über die doppelte Distanz in Deutschland noch populärer machen.

Parallel sieht das Bruder-Duo auch seine Verantwortung für den eigenen Verein. "Im Vorjahr waren wir beim Papendorfer Triathlon im Teamwettbewerb am Start. Michael wird im August für Warnemünde melden, ich vielleicht auch", kündigt Andreas an - ein Dankeschön a la Raelert an den TC FIKO für die Unterstützung auf dem Weg zu ihren Profi-Karrieren.

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