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Thünenmuseum in Tellow : Winterpause beendet - Zukunft ungewiss

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Das Thünenmuseum in Tellow beendete Ostern die Winterpause und startete in die neue Saison. Doch die Einrichtung muss um ihren Erhalt kämpfen, denn das Land gibt kein Geld mehr.

svz.de von
erstellt am 02.Apr.2013 | 10:36 Uhr

Das Thünenmuseum Tellow beendete Ostern die Winterpause und startete am Ostersonntag mit einem "Osterallerlei", das besonders auf Kinder zugeschnitten war, in die Saison. Sie konnten u.a. kleine Hasen und bunte Ostereier aus Filz fertigen. Dazu gab es die Möglichkeit, Osterkörbchen zu basteln oder Ostereier im Thünenpark zu suchen.

Das Museum erfreut sich seit Jahren wegen seiner besonderen Veranstaltungen großer Beliebtheit. Sie können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Einrichtung in ihrer Existenz gefährdet ist (wir berichteten). Daher fordern die Verantwortlichen derzeit alles zu unternehmen, um das Museum zu erhalten. So gab es über Ostern für die Besucher die Gelegenheit, einen Aufruf zu unterschreiben, um den Erhalt des Museums zu unterstützen.

Das Problem: Das Land gibt kein Geld mehr und der Landkreis halbiert seine jährliche Förderung. Nach einem vom Land in Auftrag gegebenen Gutachten soll das Thünengut allein in der Lage sein, die Gelder für das Museum aus der landwirtschaftlichen Produktion zu erwirtschaften. Andere Experten widersprechen: Ohne Förderung ist solch ein Museum nicht zu führen.

Die Konsequenzen waren bzw. sind da. Alle neun Mitarbeiter sind von der Thünengut GmbH über den Winter entlassen worden. Weil sie aber mit ihrem Museum so verwachsen sind, arbeiteten sie weiter - ehrenamtlich. Zwar fand das "Osterallerlei" statt, aber schon in diesem Monat geht es mit dem Museum auf Sparflamme weiter und auch das Café hat nur Sonnabend und Sonntag geöffnet. Von den Traditionsveranstaltungen ist das Frühlingssingen abgesagt. Bauernmarkt, Schlachtetag und Dörpwihnachten sollen bleiben. Auch am Parkfest möchte Direktorin Angela Ziegler - auch sie wurde entlassen - nicht herumstreichen. Es soll am 24. Juni stattfinden, mit dem Höhepunkt, den 230. Geburtstag von Thünens zu begehen. Ziegler würde das gern zum Anlass nehmen, um die über 15 Jahre alte Dauerausstellung im Gutshaus zu überarbeiten. Ihr schwebt vor, den Lebens- und Schaffensort des Musterlandwirts authentischer darzustellen, die Räume durch Möbel aufzuwerten, sogar ein Modell des Thünengutes um 1850 anfertigen zu lassen. Daneben verfolgt sie die Idee einer Zeitreise, denn sie meint, dass man das Thünensche Erbe weiter bewahren muss.

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