Wind und Land ganz poetisch

Die Abendsonne taucht die Wiese vor dem Seddiner Königsgrab in ein warmes Licht. Ein leiser Wind weht über das Land. Es ist fast so, als probe die Natur für „Wind und Land“.

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09. Juni 2008, 08:43 Uhr

Seddin - Am 14. Juni werden Künstler unter genau diesem Motto „Wind und Land“ die Performance am Seddiner Königsgrab wieder auferstehen lassen. Nach fünfjähriger finanzbedingter Pause kein risikoloses Unterfangen, weiß Marlene Lüdcke, die Vorsitzende des Kulturvereins Stepenitztal.

Doch der Verein erhielt viel Unterstützung für sein ehrgeiziges Projekt. Auf jeden Fall überzeugte er die Sparkasse Prignitz, die Mittel aus ihrer Jugend- und Kulturstiftung bereit stellte. Weitere 1800 Euro kamen von regionalen Sponsoren, freut sich die Vereinsvorsitzende.

Die Vorbereitungen für die Performance laufen auf Hochtouren. Die Seddiner Agrargenossenschaft hat die Wiese gemäht, die Vereinsmitglieder Klaus Lehmann und Dr. Manfred Hallmann haben Holz, das ein Gramzower spendete, für die Skulptur geschlagen, die der Horster Künstler Jost Löber installiert. „Vom Königsgrab inspiriert ist es eine Art Hügel mit Kuppel, ein umbauter Raum mit innen und außen“, beschreibt er sein Werk. Eine begehbare Skulptur, mit der „die Tänzerinnen spielen werden“. Mit dieser künstlerischen Lösung möchte Löber den Grabhügel auf das Feld reflektieren, der Handlung eine Bühne geben.

Die wird von Tänzerinnen und Musikern gestaltet in drei szenischen Bildern: Wind Stille, Zwei Sprache, Rück Schluss. Tänzer des Tanztheaters mascoto und Musiker werden um den Grabhügel und von dort aus zum Hügelobjekt „kreisen“. Die Besucher sind ausdrücklich eingeladen, diesem „Kreisen“ zu folgen, bis dann das Feuer entfacht, die Holzskulptur in Flammen aufgehen wird.

Auftakt der Performance ist am Sonnabend um 20 Uhr mit Thomas Hauptmann, der über das Königsgrab als Fixpunkt eines bronzezeitlichen Kulturraumes spricht. Bereits ab 19 Uhr wird Renate Groenewegen alias Knubbelkrud uralte Geschichten und Böten erzählen, während sie mit den Kindern bronzezeitlichen Schmuck herstellt. Das Theaterspektakel beginnt gegen 21 Uhr. Zu den Musikern dabei zählen Helmut Hauskeller (Panflöte), Nele Müller (Percussion), Christian Reishaus (Synthesizer/Klangbilder), singen werden Maria Teschendorf (Sopran) und Claudia Grünwald (Alt). Inszenierung und Choreografie liegen in den Händen von Kerstin Süske.

Marlene Lüdcke hofft auf viele Zuschauer. „Wir haben die Performance extra eine Woche vorverlegt, um nicht zeitgleich mit dem Plattenburgspektakel zu sein“, erklärt sie. Eintritt müsse aber erhoben werden, sechs Euro für Erwachsene, zwei für Kinder. „Sonst können wir die Veranstaltung finanziell nicht stemmen, denn die Künstler sind ja auch zu bezahlen“, macht Marlene Lüdcke deutlich. Und, so fügt sie hinzu, „wir brauchen auch ein kleines Polster, denn es soll auch 2009 wieder eine Performance geben.

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