Willkommen im Blitzerland MV

Pünktlich zum Ferienbeginn in weiteren Bundesländern heißt der Landkreis Nordwestmecklenburg tausende Urlauber mit einer Radarfalle in MV willkommen. Die A20 zwischen Groß Sarau und Lüdersdorf erwies sich am Wochenende als lukrative Einnahmequelle.

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20. Juli 2008, 04:27 Uhr

Nordwestmecklenburg - Innerhalb der ersten drei Kontrollstunden tappten am Sonnabend 280 Autofahrer in die Radarfalle und erhalten demnächst ein kostspieliges Erinnerungsfoto aus dem „Blitzerland“ MV. Absender dürfte der Landkreis Nordwestmecklenburg sein. Denn er soll nach Informationen unserer Zeitung die Geschwindigkeits-Überwacher zum Messpunkt unweit der Wakenitz beordert haben. Dort gilt ein umstrittenes Tempolimit von 100 km/h.

„Es ist ein herrlicher Willkommensgruß“
An der Kontrollstelle rauschte auch Thorsten Syring aus Lüneburg vorbei. „Es ist richtig Klasse, wenn man zu Beginn der Ferien gleich im Urlaubsland geblitzt wird. Ich vermute, die Radarfalle soll nur als Einnahmequelle dienen“, sagte der Urlauber. Er passierte die Radarfalle folgenlos und verbringt nun mit seiner und einer befreundeten Familie die schönste Zeit des Jahres in Kühlungsborn.

Matthias Schmitting vom ADAC will das Wort Abzocke zwar nicht gebrauchen. Dafür übt er sich in Ironie: „Es ist schon ein herrlicher Willkommensgruß für die vielen Urlauber des Bundeslandes MV, wenn sie nur wenige hundert Meter nach der schleswig-holsteinischen Landesgrenze geblitzt werden“, sagt Schmitting.

„Blitzorgien“ sind ein lukratives Geschäft

Dass „Blitzorgien“ ein lukratives Geschäft sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Mitarbeiter der Kreisverwaltung sprachen zuletzt von einem lohnenden Geschäft.
Im Kampf gegen Raser hatten die Landkreis in MV erst im vergangenen Jahr aufgerüstet. Digitale Blitzer überwachen seitdem mehrere Fahrspuren gleichzeitig und ermöglichen eine schnellere Auswertung der Fotos. Allen Unmut der Autofahrer über die technische Aufrüstung zum Trotz: Tempoüberwachungen sind auch nach Ansicht des ADAC weiterhin erforderlich. Überhöhte Geschwindigkeit ist auch in MV nach wie vor Unfallursache Nummer eins.

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