Wille versetzt Berge

1150 Zuschauer erlebten am Freitagabend, wie Wille Berge versetzen kann. Handball-Zweitligist Post Schwerin kämpfte den auswärtsstarken HSV Hannover von Minute zu Minute mehr nieder und gewann am Ende verdient mit 24:18 (12:10). Damit gelangen den Schwerinern in der Hinrunde bei neun Heimspielen neun Siege!

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19. Dezember 2008, 09:20 Uhr

Schwerin - Stephan Riediger ging als Pechvogel in die Partie, weil er sich dreieinhalb Stunden vor Anpfiff den Rückennerv einklemmte. Doch der 100-Kilo-Mann, der nach der schweren Verletzung von Steffen Wild zusammen mit Aurel Witt im Deckungszentrum steht, biss auf die Zähne. Damit nicht genug: Keine drei Minuten waren vergangen, da holte sich Witt im Angriff eine blutige Lippe.

Aber auch sonst zeigte sich schnell, der HSV Hannover würde eine ganz andere Nuss als die vergangenen Heimgegner Bremervörde und Altenholz. Schwerin musste sich jedes Tor gegen die zupackende Gäste-Abwehr hart erarbeiten. Wer sich als Vorjahres-Spiel erinnerte (39:33 für Post) und wieder solch ein Ballermannspiel erwartete, rieb sich verwundert die Augen. Nach dem 5:5 (14.) fiel drei Minuten lang auf beiden Seiten kein Treffer, bevor die Leine-Städter zum zweiten Mal nach dem 1:0 wieder in Front zogen. Post-Trainer Norbert Henke nahm eine Auszeit. Doch bis zum 7:8 (21.) legten die Gäste erst einmal weiter vor. Dann traf „Manu“ Evora im Doppelpack nach – endlich mal – überzeugendem Überzahlspiel. Doch Ruhe kam auch jetzt nicht ins Spiel, Kampf blieb weiter Trumpf. Beide Angriffsreihen taten sich sichtbar schwer gegen die Deckungsblöcke, zumal der Gastgeber sichtbare Probleme mit der 3-2-1-Abwehr des HSV hatte. Dennoch gelang dank zweier verwandelter Siebenmeter durch Alex Ladig und Geburtstagskind Daniel Pankofer (wurde gestern 28) ein kleines Pausenpolster von 12:10. Problematisch allerdings: Pankofer erhielt mit dem Halbzeitpfiff seine zweite Zeitstrafe.

Fortan spielte Daniel nur im Angriff, Post setzte sich erstmals auf drei Treffer ab (13:10/31.). Dann holte sich Hannovers Spitze Dominic Leinhart den Orden für Dummheit ab. Gerade wegen Meckerns zum zweiten Mal auf dem Sünderbänkchen, sah er wenig später Rot (3x2 Minuten).

Und was machte „Sorgenkind“ Riediger? Der lieferte sein bestes Saisonspiel ab, hatte seinen Rücken ganz offensichtlich mit genügend Adrenalin betäubt. Nach dem 19:15 (44.) und 22:18 (52.) kam Post zum auch in der Höhe verdienten 24:18-Erfolg.

Schwerin: Putera (16 Paraden), Niepagen (n.e.) – Evora 2, Klüttermann 2, Pankofer 8/2 , Witt 1, Zufelde, Ladig 5/2, Riediger 3, Heinze 3, Schilk (n.e.), Rauch , Zisler (n.e.). Rot: Leinhart (Hannover/3x2 min/37.)

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