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19. August 2017 | 09:37 Uhr

Wildschweine zerstören Felder

vom

Güstrow | Die Landwirte im Landkreis Güstrow haben verstärkt mit Wildschäden zu kämpfen. Schäden gebe es vor allem bei Mais, Raps und auch Getreide, so Peter Brandt, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Güstrow. "Hier sind Stellen teilweise großflächig umgegraben", sagt er. Ertragsausfälle sind die Folge. Die Verursacher stehen für Brandt eindeutig fest: Wildschweine. Gerade das Schwarzwild richtet immer wieder die größten Schäden in der Landwirtschaft an. Seine Forderung: "Die Jäger müssen ihrer Aufgabe nachkommen und die Bestände reduzieren. Schon während der Ernte müssen die Tiere bejagt werden."

Trotz intensiver Bejagung und hoher Streckenergebnisse in den vergangenen Jahren hat der Schwarzwildbestand in Mecklenburg-Vorpommern wegen günstiger Ernährungsbedingungen weiter zugenommen. Im Jagdjahr 2008/2009 wurden 75 866 Stück Schwarzwild erlegt, 30 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Für das Landwirtschaftsministerium MV ein Zeichen für den steigenden Bestand. Das Ministerium will das Schwarzwild deshalb so effektiv wie möglich bejagen. Dafür wurde extra ein Maßnahmepaket geschnürt. Nur so könnten Wildschäden sowie auch eine Ausbreitung der Schweinepest verhindert werden.

Das bestätigt auch Michael Constien, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Güstrow. Während 2008 noch 7100 Wildschweine im Landkreis geschossen wurden, seien es 2009 nur 5700 gewesen, sagt er. Zu wenig, um den immer noch hohen Bestand an Schwarzwild effektiv zu begrenzen. "Wir dürfen jetzt im September neben der interessanteren Rotwildjagd die Schwarzwildbejagung nicht aus den Augen verlieren. Die Jagd auf Wildschweine muss intensiver werden", sagt Constien. Landwirte und Jäger müssten dabei Hand in Hand arbeiten, um die Bestände unter Kontrolle zu bekommen. "Dafür müssen wir dieses Jagdjahr mindestens 6000 Stück Schwarzwild schießen", sagt er. Er geht von einem Bestand von ca. 15 000 bis 20 000 Sauen im Landkreis Güstrow aus. Die Jagdfläche im Kreis ist 180 000 Hektar groß.

Constien kündigt für diesen Monat bereits intensive Einzeljagden an den Maisfeldern an. "Dafür sollen die Landwirte schon jetzt Schneisen in die Felder schneiden, damit die Jäger ein gutes Schussfeld haben", sagt er. Der Mais bietet den Schweinen eine gute Deckung. Landwirte könnten einen Beitrag leisten, wenn es um die Reduzierung der Schwarzwildbestände gehe. Wenn beispielsweise Anfang April des Mais gedrillt wird, kann mit der Strukturierung größerer Maisflächen und dem Anlegen von Schneisen innerhalb und außerhalb von Kulturen die Bejagung unterstützt werden. Auch der Anbau niedrig wachsender Kulturen oder Blühstreifen verbessert deutlich die Bejagbarkeit von Wildschweinen.

Der scharfe Winter habe der Wildschweinpopulation im Landkreis Güstrow erstaunlicherweise nicht geschadet, so der Jäger Constien. "Die Frischlinge wurden alle später geboren. Die Population vermehrt sich jedes Jahr um das 3,5fache", sagt der Experte. Wenn der Mais Ende Oktober runter sei, würden sich die Wildschweine in den Wald zurückziehen. "Dann müssen wir sofort mit dem Drückjagden beginnen, denn hier können wir die Tiere erwischen", sagt Michael Constien vom Kreisjagdverband Güstrow.

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erstellt am 06.Sep.2010 | 05:50 Uhr

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