zur Navigation springen

Ex-Weltmeister Jürgen Brähmer und Arthur Abraham : Wiederauferstehung der Box-Helden

vom

Jürgen Brähmer und Arthur Abraham - zwei Boxer, die es schon auf den Box-Olymp geschafft hatten: Beide waren bereits Weltmeister, beiden wurde ein riesiges Potenzial attestiert. Inzwischen sind beide deutlich über 30.

svz.de von
erstellt am 22.Aug.2013 | 07:10 Uhr

Berlin | Jürgen Brähmer (40-2, 31 K.o.´s) und Arthur Abraham (36-4, 28 K.o.´s) - zwei Boxer, die es schon auf den Box-Olymp geschafft hatten: Beide waren bereits Weltmeister, beiden wurde schon immer ein riesiges Potenzial attestiert. Inzwischen sind beide deutlich über 30, einen WM-Titel haben sie aktuell nicht inne. Doch am 24. August sollen in Schwerin die Weichen für weitere WM-Chancen gestellt werden - für beide! Karsten Röwer, Trainer von Halbschwergewichts-Europameister Jürgen Brähmer, und Abraham-Coach Ulli Wegner, bereits 71, verrieten unserer Zeitung, warum sie fest daran glauben, ihre Kämpfer wieder zu einem WM-Titel führen zu können.

"Für mich liegt das auf der Hand", bestätigt Karsten Röwer. "Ich kenne Jürgen seit vielen Jahren. 1996 wurde er unter meiner Federführung Junioren-Weltmeister. Als er dann 2012 zu Sauerland und damit wieder zu mir kam, hatte er einige Defizite. Da er zuletzt nur wenige Kämpfe bestritten hatte, fehlte das Gefühl für den Gegner und einige motorische Fähigkeiten waren regelrecht eingerostet. Doch inzwischen sind seine athletischen Voraussetzungen wieder so, wie ich mir das vorgestellt habe. Dadurch wirken seine Aktionen viel runder."

Über die anstehende WM-Chance - Brähmer ist ja bereits beim Weltverband WBO Pflichtherausforderer - spricht der 50-jährige Diplomsportlehrer aber noch ungern. "Das wäre der größte Fehler, den man machen kann. Deshalb geht es bei uns im Training auch nur um Stefano Abatangelo (17-2-1, 6 K.o.´s), unseren EM-Gegner in Schwerin. Auf den bereiten wir uns vor, suchen nach Lösungen, wie wir seine kompakte Deckung knacken können. Würden wir nicht so denken, könnte das nach hinten losgehen. Wenn Jürgen Abatangelo in Schwerin nicht schlägt, dann ist die WM-Chance futsch!"

Dennoch bestätigt Röwer, dass ein Kampf zwischen WBO-Weltmeister Nathan Cleverly (26-0, 12 K.o.) und seinem Schützling Spannung verspricht. "Beide haben sehr schnelle Hände, sind technisch gut ausgebildet. Doch die Rechtsauslage könnte Jürgens Vorteil sein. Er ist für mich einfach der Boxer mit der größeren Cleverness", prophezeit er. Doch zuvor müsse auch der Waliser noch seine Hausaufgaben meistern und am 17. August in Cardiff den starken Russen Sergey Kovalev (21-0-1, 19 K.o.) besiegen.

Dass Brähmer noch einmal Weltmeister wird, glaubt übrigens auch Abraham-Coach Ulli Wegner. "Bei seinem Kampf gegen Gutknecht hatte ich das noch in Frage gestellt. Aber zuletzt hat er sich gegen Averlant deutlich gesteigert. Ich denke, er ist routiniert genug, es noch einmal zu schaffen", räumt der Erfolgscoach ein.

Für ihn sei der Kampfabend am 24. August sowieso ein willkommenes Wiedersehen mit vielen Bekannten und früheren Tagen. "Schwerin war über Jahrzehnte eine Boxmacht. Ob Trainer, Trainerstab oder Kampfrichterwesen, hier wurden im Amateurbereich hervorragende Leistungen erbracht. Und es ist richtig schön für mich, wieder herzukommen."

Dabei soll sich sein Schützling, Ex-Weltmeister Arthur Abraham, natürlich in guter Form präsentieren. Sollte der 33-jährige Berliner im Kampf um die WBO-Intercontinental-Meisterschaft erfolgreich in den Ring zurückkehren, winkt in absehbarer Zeit ein weiterer WM-Kampf. "Nachdem Arthur im August letzten Jahres überzeugend gegen Robert Stieglitz gewonnen hatte und nach dem Mittel- auch im Super-Mittelgewicht Weltmeister geworden war, kam mit der Niederlage im März dieses Jahres ein Rückschlag. Arthur zeigte zwar in Magdeburg in der zweiten Runde kurz, wie es geht. Doch Tatsache ist: Er hat verloren. Ein richtiger Kampf geht aber natürlich über zwölf Runden und das Aufeinandertreffen in Magdeburg wurde ja aufgrund einer Augenverletzung in der Pause zur vierten Runde abgebrochen. Das war Pech - und Arthur war natürlich niedergeschlagen", so Wegner.

Der Trainerfuchs glaubt, dass Arthur Abraham den Kampf später noch an sich gerissen und zu seinen Gunsten entschieden hätte. Und auch wenn das nicht der Fall war, denkt er, Abrahams Erfolgsgeschichte könne bald weitergeschrieben werden: "Arthur hat so viel Ehre und Stolz, da weiß er, dass er mit so einem Kampf wie zuletzt auf gar keinen Fall abtreten kann. Ich meine, er ist in der Lage, noch einmal - in einem dritten Kampf gegen Stieglitz - Weltmeister zu werden. Meine Aufgabe ist es, ihn dahin zu führen. Dazu darf er sich aber in Schwerin gegen die schwarze Mamba’ Willbeforce Shihepo (20-6, 15 K.o.) keine Blöße geben."

Dass aus Abraham wieder "King Arthur" werden kann, meint auch Röwer. "Das Potenzial hat er. Entscheidend ist, dass er sich entsprechend reinkniet. Er sollte sein ganzes Engagement in den Sport investieren, dann hat er die Chance dazu - genau wie Jürgen Brähmer!"

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen