Bus-Schütze Rostock : Wieder zugeschlagen - Fahrer knapp verfehlt

Kriminaltechniker untersuchen in  die zertrümmerte Anzeigentafel des RSAG-Linienbusses.Georg Scharnweber
Kriminaltechniker untersuchen in die zertrümmerte Anzeigentafel des RSAG-Linienbusses.Georg Scharnweber

Der Schütze von Evershagen hat wieder zugeschlagen: In der Rostocker Maxim-Gorki-Straße schlägt ein Geschoß aus der abendlichen Dunkelheit in die Bus-Anzeigentafel ein - direkt über dem Kopf des Fahrers...

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20. November 2010, 12:19 Uhr

Rostock | Der Schütze von Evershagen hat wieder zugeschlagen. Für die Insassen des Busses, der gestern Abend auf der Maxim-Gorki-Straße unterwegs ist, endet die Fahrt mit einem Knall. Ein Unbekannter schießt aus der abendlichen Dunkelheit auf das Fahrzeug. Das Geschoss schlägt in die Anzeigentafel ein - direkt über dem Kopf des Busfahrers. Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt.

Es ist 18.30 Uhr, als bei der Polizeidirektion die Nachricht eingeht. Die Rostocker Straßenbahngesellschaft (RSAG) meldet: Scheinbar hat ein Unbekannter auf einen ihrer Stadtbusse geschossen. Die Kriminalpolizei ist sofort vor Ort, um Spuren zu sichern. Dabei entdeckt sie ein kreisförmiges Loch in der Leuchttafel, die Liniennummer und Ziel des Busses anzeigt. Eine Öffnung, wie sie auch von der Kugel eines Luftgewehrs stammen könnte, präzisiert ein Sprecher der Polizeidirektion Rostock.

Kripo sucht nach Hinweisen auf Tatwaffe

Ob es sich tatsächlich um den Einschlag eines solchen Geschosses handelt, kann erst die Untersuchung der Kripo mit Sicherheit ergeben. Fakt ist: Die Wucht des Aufpralls hat die Scheibe der Anzeigentafel, nur Zentimeter über dem Kopf des Fahrers, zertrümmert.

Mit dem Vorfall geht die Serie der Angriffe auf Busse und Straßenbahnen im Rostocker Stadtteil Evershagen weiter. Schon am 26. Oktober hatte es dort, nur wenige hundert Meter vom gestrigen Tatort entfernt, an einem Tag gleich drei Übergriffe gegeben. In der Bertolt-Brecht-Straße hatte dabei ein unbekannter Täter mit einem Geschoss die Scheiben von drei Straßenbahnen zertrümmert. Auch damals wurde zum Glück niemand verletzt.

Ende Oktober: Verdacht verläuft im Sand

Noch tappt die Polizei im Dunkeln. Nach dem Vorfall Ende Oktober hatten sich mehrere Zeugen gemeldet. Die Polizei durchsuchte eine Wohnung in einem nahe dem Tatort gelegenen Hochhaus. Es gab den Verdacht, die Schüsse seien von dort aus abgefeuert worden. Doch eine Durchsuchung blieb ergebnislos. Offen blieb damals auch die Frage nach der Tatwaffe. Denn die Beamten fanden keine Projektile, die einen Hinweis auf das Geschoss geben könnten.

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