Wie sicher ist das Geld auf dem Konto?

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08. Oktober 2008, 07:04 Uhr

Die deutsche Kreditwirtschaft bietet bei der Einlagensicherung europaweit den höchsten Standard – und zwar bei allen Geldhäusern. Unterschiede gibt es aber bei den Sicherungssystemen.

Private Bank:
Gerät eine private Bank in Turbulenzen, kommt die gesetzliche Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) zum Tragen. Sie sichert 90 Prozent der Einlagen pro Kunden ab, maximal aber 20 000 Euro. Die fehlenden 10 Prozent und darüber hinausgehende Gelder werden vom Einlagensicherungsfonds gezahlt, an dem sich die privaten Institute freiwillig beteiligen, darunter alle großen deutschen Geschäftsbanken. Er steht für jeden Einzelkunden bis zu einer Summe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank gerade – und sichert damit normale Privatkunden praktisch vollständig ab.

Sparkasse:
Bei den Sparkassen sowie den Volks- und Raiffeisenbanken greift eine Institutshaftung: Im Falle eines Engpasses springen die anderen Institute ein. Damit gibt es über alle drei Säulen der deutschen Kreditwirtschaft hinweg Einlagensicherungssysteme.

Das „Drei-Säulen-System“:
Angesichts der weltweiten Finanzkrise verweisen die Bundesregierung und die deutsche Kreditwirtschaft immer wieder auf das heimische „Drei-Säulen-System“. Dieses Nebeneinander von privaten, öffentlich-rechtlichen sowie genossenschaftlichen Instituten sei neben dem Universalbankensystem und der Langfristkultur bei Krediten einer der Hauptgründe, dass das deutsche Bankensystem sich bisher als weitgehend robust erwiesen habe.
Seit Jahren gibt es aber zwischen den jeweiligen konkurrierenden Lobbyverbänden des Drei-Säulen-Systems Streit über angebliche Wettbewerbsverzerrungen und die Möglichkeiten gegenseitiger Verflechtungen und Übernahmen. Der Streit wird auch vor der EU-Kommission ausgetragen, die das deutsche System immer wieder unter die Lupe nimmt und mehrfach in Frage gestellt hat.

Auf den öffentlich-rechtlichen Bankensektor mit Sparkassen und Landesbanken entfällt laut Bundesfinanzministerium mit rund 45 Prozent der größte Marktanteil. Es folgen der Privatbankensektor mit 42 Prozent und der Genossenschaftssektor mit 13 Prozent. Die Marktanteile schwanken, je nachdem, ob etwa die Spareinlagen (53/18/ 29 Prozent), das Geschäftsvolumen (35/30/12) oder die Vergabe von Privatkrediten (36/32/ 22) berücksichtigt werden. In Deutschland gibt es mehr Kreditinstitute als in jedem anderen EU-Land. Ein Großteil sind kleinere Institute mit einer Bilanzsumme von weniger als 250 Mio. Euro. Die fünf größten Kreditinstitute haben einen Anteil von 20 Prozent an der gesamten Bilanzsumme.

An einer weiteren Konzentration führt nach Expertenansicht kein Weg vorbei, damit auch die deutschen Banken und Sparkassen wettbewerbsfähig bleiben. Vor allem wird die hohe Zahl der Landesbanken kritisiert.

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