Wie lange hält das Dach noch? - Blankenberger Gemeindevertreter fordert rasches Handeln bei alter Post

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31. August 2008, 09:23 Uhr

Blankenberg - „Es gibt bislang nur Schreiben. Das genügt nicht. Vom Postgebäude geht eine erhebliche Gefahr aus“, sagt der Blankenberger Gemeindevertreter Michael Lüders. „Wir haben im Bauausschuss schon oft über die Sicherung des alten Postgebäudes gesprochen. Da sind schon Balken heruntergefallen und Pappe vom Dach. Wir sprechen nun schon seit zwei Jahren darüber“, sagt er.

Weil sich von Amts wegen zu wenig tue, erwägt Lüders jetzt rechtliche Schritte gegen die Verwaltung. „Hier wird unterlassen, Sicherungsmaßnahmen durchzusetzen“, wirft er der Verwaltung vor. „In diesem Bereich gehen jeden Tag Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Bahn oder zum Bus“, mahnt er.

Auch den anderen Gemeindevertretern ist nicht wohl dabei, wenn sie an das leer stehende Postgebäude denken. „Das Dach ist schräg, wenn da der Wind unterpfeift...“, mag Bürgermeister Peter Davids gar nicht an mögliche Konsequenzen denken. „Wir hatten ja auch schon mal die Feuerwehr da, als Dachpappe auf den Bahnhofsvorplatz und in Richtung der Gleise geweht war“, erinnert er.

„Wir sind seit gut zwei Jahren mit dem Vorgang beschäftigt“, erklärt Christine Brachmüller vom Amt Sternberger Seenlandschaft auf SVZ-Anfrage. Die Zuständigkeit liegt beim kreislichen Bauordnungsamt in Parchim, betont sie, doch das Sternberger Ordnungsamt arbeite diesbezüglich mit dem Landkreis zusammen und unterstütze ihn in seiner Arbeit.

Sie verweist unter anderem auf Ortstermine und einen regen Schriftverkehr, den es mit dem Landkreis gibt und auch auf diverse Schreiben an den Eigentümer, der innerhalb der vergangenen zwei Jahren gewechselt hat. Auch der neue Eigentümer des Gebäudes wohnt nicht in unserem Bundesland, was die Problematik noch erschwere.

Um fremden Personen den Zutritt zu verwehren, wurden die Tore zum Postgebäude kürzlich durch ein Schloss gesichert. Zudem sperrt ein Flatterband das Grundstück zum Bahnhofsvorplatz ab, erklärt Christine Brachmüller. „Die Mittel, die wir haben, haben wir auch ausgeschöpft“, sagt sie.

„Wir waren mehrfach in Blankenberg und haben uns ein Bild gemacht“, sagt Hans-Erich Niemann vom Bauordnungsamt des Landkreises Parchim auf SVZ-Anfrage. Der Eigentümer wurde unter Androhung von Zwangsgeld aufgefordert, das Gebäude zu sichern. Das Zwangsgeld sei inzwischen festgesetzt worden und ein zweites Zwangsgeld angedroht, so Niemann. „Und wir sprechen hier nicht über Cent“, sagt er.

Noch wurde allerdings nicht gezahlt. Aus der Erfahrung heraus reiche die Festsetzung eines Zwangsgeldes bei vielen Eigentümern aus, damit sie aktiv werden, so Niemann. Sollte das in besagtem Fall nicht so sein, werde der Landkreis Sicherungsmaßnahmen veranlassen, deren Kosten dann auch zu Lasten des Eigentümers gehen, kündigte er an.

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