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Ventschow: Gemeindevertreter fordern Aufklärung zur Belastung : Wie hoch ist Belastung durch Antenne?

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Skepsis in Ventschow vor dem Errichten einer Antenne für das digitale Alarmierungssystem von Feuerwehren und Rettungsdienst. Unsicherheiten: Strahlenbelastung und Störungen.

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erstellt am 27.Apr.2011 | 11:29 Uhr

Skepsis in Ventschow vor dem Errichten einer Antenne für das digitale Alarmierungssystem von Feuerwehren und Rettungsdienst. Die Gemeindevertreter vertagten auf ihrer jüngsten Sitzung einen Beschluss zur Errichtung einer Antenne im Bereich der Sporthalle. Sie erwarten konkrete Aussagen über die Strahlenbelastung, mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Anwohnern und beispielsweise zu Störungen für andere technische Geräte wie den Fernsehempfang.

Es geht um einen so genannten Digitalen Alarmumsetzer (DAU), der in ein flächendeckendes System eingebunden ist, um von der Leitstelle in Schwerin die Pieper und Sirenen der Rettungskräfte auszulösen. In Schwerin und Wismar ist das digitale Netz bereits geschaltet. Weitere 60 Antennen werden in Westmecklenburg installiert – jeweils 20 in den Landkreisen Parchim, Ludwigslust und Nordwestmecklenburg, erklärt Christian Schneidenbach, Betriebsstellenleiter der von den Kreisen beauftragten Firma Selectric Mobilfunk.Ventschow ist laut seinen Informationen der einzige Ort, wo es Probleme mit der Genehmigung gibt.

Es gebe Studien zur Funkverträglichkeit, sagt Schneidenbach. Das System sei deutschlandweit zwischen 1000- und 2000-mal im Einsatz, wurde selbst auf Krankenhausdächern installiert. Die maximale Sendeleistung von DAU liege weit unter der von Mobilfunkantennen. Jeder, der ein Schnurlostelefon oder ein Handy am Ohr nutzt, sei weit größerer Belastung ausgesetzt. Außerdem würden diese Anlagen für die Rettungskräfte nur alle drei Minuten für wenige Sekunden arbeiten, während beispielsweise Sender von Mobilfunkanbietern ständig in Betrieb sind. Unter dem Digitalen Alarmumsetzer werde es keine Belastung geben, so Schneidenbach. Niemand halte sich dicht neben der Antenne in Ventschow auf.

Im Juni/Juli soll das bisherige analoge Netz in den Landkreisen um Schwerin außer Betrieb genommen und gleichzeitig das digitale geschaltet werden. Es sei störungsfreier, sagt Schneidenbach. Zudem werden Daten verschlüsselt übertragen, so dass sie von Unberechtigten nicht mehr abgefangen werden können. Wenn Ventschow nein zu DAU sagte, müsse ein Ausweichstandort gefunden werden, so der Betriebsleiter. Mehrkosten könnten entstehen. Die Frage sei zudem, ob man dann noch die Ventschower Feuerwehr alarmieren kann.
Die Gemeindevertreter können sich noch kurzfristig in einer Sondersitzung entscheiden, sagt Ventschows Bürgermeister Manfred Linke. Zuerst wollen sie klarere Aussagen zur Verträglichkeit der Anlage.

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