Widerstand gegen NPD-Aufmarsch - Stadt ruft zu gewaltlosem Protest auf

von
17. Juli 2008, 05:01 Uhr

Güstrow - Der Landkreis als zuständige Versammlungsbehörde hat der NPD für Sonnabend aus Sicherheitsgründen eine andere Wegstrecke des Demonstrationszuges vorgeschrieben, als beantragt. Zudem darf die Kundgebung der Rechtsextremisten auf dem Markt nicht länger als eine Stunde dauern, informierte gestern Kreissprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm. „Weitere Kundgebungen sind untersagt“, sagt sie. Auch sei das Marschieren in Blöcken und im Gleichschritt sowie das Mitführen von Fahnen außer der Bundesflagge verboten. Der Landesverband der NPD hat für den Sonnabend einen Aufmarsch durch die Stadt mit ca. 400 Teilnehmern angemeldet.

Gleichzeitig kündigte der linke Aktivist Monty Schädel ab 8.30 Uhr eine Gegendemonstration mit ca. 200 Teilnehmern an. Nach SVZ-Informationen will auch er eine Kundgebung auf dem Markt abhalten. „Diese Demonstration findet jedoch zu einem anderen Zeitpunkt und auf einem anderen Weg statt“, so Petra Zühlsdorf-Böhm. Auflagen für die Gegendemonstration will der Landkreis heute festlegen.

Unterdessen ruft Sonnabend von 13 bis 18 Uhr ein breites Bündnis von Parteien, Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen um den Deutschen Gewerkschafts Bund (DGB) zu einer gemeinsamen Infoveranstaltung für Demokratie und Toleranz am Marktplatz Güstrow auf. „Leider ist es nicht gelungen den Demonstrationszug der extremen Rechten vom Marktplatz fern zu halten, um so wichtiger erscheint es den Bündnispartnern, dass von Güstrow ein klares Signal gegen Rassismus und für Toleranz ausgeht“, so Jutta Reinders, Vorsitzende der DGB-Region Rostock/Mittleres Mecklenburg.

Auch die Barlachstadt Güstrow will ein Zeichen gegen die NPD setzen. „Die Demonstration kann nicht verboten werden. Wir müssen sie erdulden“, sagt Güstrows 1. Stadtrat Andreas Brunotte. Am ganzen Rathaus sollen am Sonnabend aber Fahnen mit der Aufschrift „Bunt statt braun“ wehen. Die Stadt unterstütze zudem die Aktionen des DGB. Brunotte ruft alle Bürger zu einem verantwortungsvollen und gewaltlosen Protest auf.

Um dem NPD-Aufmarsch mit friedlichen Mitteln entgegen zu treten, findet sonnabends um 12 Uhr in der Güstrower Pfarrkirche zudem ein Friedensgebet statt. Die Kirche ist bis 17 Uhr offen. Auch die CDU-Fraktion im Kreistag schließt sich dieser Aktion der evangelischen Kirche an.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen