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Kleingarten-Kreisverband Güstrow : Widersprüche bei Zoff um Klärgruben

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Ausmaße nimmt der Groll gegen die Verordnung zum Bau von Kleinkläranlagen in Kleingärten bis Ende 2013 in der Region Bützow an. Auf "bestimmt 100 Unterschriften" werde das Protestschreiben einer Anlage noch anwachsen, schätzt der Vorstand.

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erstellt am 09.Mär.2011 | 10:05 Uhr

güstrow | Ausmaße nimmt der Groll gegen die Verordnung zum Bau von Kleinkläranlagen in Kleingärten bis Ende 2013 in der Region Bützow an. Auf "bestimmt 100 Unterschriften" werde das Protestschreiben einer Anlage noch anwachsen, schätzt der Vereinsvorstand. Die Kleingärtner sähen nicht ein, dass sie mit Grundstückseigentümern gleichgestellt würden, bei denen viel mehr Abwasser anfalle.

Reinhard Melzer vom Kreisverband Güstrow: "Schon heute wird angedroht, dass Kleingärtner, die sich nicht an diese Vorschriften halten, mit einem Bußgeld in Höhe von 50 000 Euro bestraft werden können. Es ist leider zu befürchten, dass viele der älteren und einkommensschwachen Kleingärtner bis 2013 ihren Garten abgeben mit der Folge, dass unser Kleingartenwesen im ländlichen Bereich zerstört wird." Der amtierende Vorsitzende des Kreisverbandes Güstrow meint dagegen, gerade für die Kommunen müsse es im Rahmen ihrer Aufgaben der Daseinsvorsorge das Ziel sein, das Kleingartenwesen als unverzichtbaren Bestandteil des kommunalen Lebens zu erhalten. Melzers Forderung: "Das würde jedoch voraussetzen, dass in den Vertretungskörperschaften der Städte, Gemeinden und Landkreise ein Umdenken in der Weise erfolgt, dass einerseits das Bundeskleingartengesetz konsequent umzusetzen ist, sowie andererseits die dabei vorhandenen Ermessensspielräume kreativ ausgeschöpft werden."

Solche Ermessensspielräume sieht Katja Gödke, Geschäftsführerin beim Wasser- und Abwasserzweckverband Güstrow-Bützow-Sternberg (WAZ), durchaus berücksichtigt. Bis spätestens 2013 haben alle Grundstücksinhaber ihre Abwässer umweltgerecht zu entsorgen. Das habe die Landesregierung beschlossen, bestätigt sie. Doch sieht sie die Sache nicht so problematisch, wie sie zurzeit diskutiert werde, sagt sie. Wer im Kleingarten kein Abwasser produziert, habe damit kein Pro blem, schickt sie voraus. Die Trockentoilette könne z. B. auf einem geschlossenen Komposthaufen entsorgt werden und eine Abwaschschüssel könne man im Garten auskippen.

Bei Wasseranschluss werde vom Kleingärtner nicht so eine Kläranlage verlangt wie auf einem Wohngrundstück, stellt sie fest. Wer im Kleingarten eine abflusslose Grube habe, die dicht ist und regelmäßig entsorgt wird, komme der Forderung ausreichend nach, stellt sie fest. Auch eine Tonne komme dafür in Frage. "Die Hauptsache ist, sie ist dicht." Dass dies tatsächlich so ist, müsse nachgewiesen werden. "Solche Dichtheitsprüfungen bieten Firmen an", so Gödke. Die darüber ausgestellte Bescheinigung müsse der Kleingärtner alle zehn Jahre bei der Unteren Wasserbehörde im Landkreis vorlegen.

Landesverband: Förderung bis zu 50 Prozent möglich

Für den Abtransport der Abwässer gibt es aus Gödkes Sicht "keine generelle Lösung für alle Anlagen, da müssen immer Einzellösungen gefunden werden." Der WAZ selbst sei nur für die Abwasserentsorgung ab Grundstücksgrenze der Anlage zuständig. Eine Möglichkeit zur gemeinsamen Entsorgung sei zum Beispiel, die Abwässer aus den Gärten in einer großen, abflusslosen Grube an einem bestimmten Punkt der Anlage zu sammeln. Der Bau so einer Grube sei sogar förderfähig, betont sie. Auch für den Transport der Abwässer dorthin gebe es technische Möglichkeiten. "Wir kommen dann und fahren es ab", hält Katja Gödke das ganze Problem für lösbar.

Auch der Landesverband der Kleingärtner sieht Ansätze für Lösungsmöglichkeiten. Bis zu 50 Prozent Förderung, maximal 10 000 Euro, habe das Landwirtschaftsministerium für den Bau von Gemeinschaftsanlagen durch Gartenvereine in Aussicht gestellt, teilt der Landesverband mit. In Güstrow weiß man davon offenbar nichts; mit dem liegt der Kreisverband Güstrow im Clinch. Reinhard Melzer: "Der Kreisverband der Gartenfreunde Güstrow vertritt die Interessen der Kleingärtner, was man vom Landesverband leider nicht sagen kann. Deshalb ist der Kreisverband Güstrow bereits vor zwei Jahren aus dem Landesverband ausgetreten."

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