20. Wertholzversteigerung des Landes : Wertvollstes Gehölz unterm Hammer

Forstwirt Wolfgang Beese führt gerade einen Dachschnitt an einer Rotbuche durch. Dieses Gehölz wird derzeit nur bedingt nachgefragt, und deswegen bei der Auktion nicht angeboten.  Archiv
Forstwirt Wolfgang Beese führt gerade einen Dachschnitt an einer Rotbuche durch. Dieses Gehölz wird derzeit nur bedingt nachgefragt, und deswegen bei der Auktion nicht angeboten. Archiv

Die Bäume sind gefällt und liegen in der Nossentiner Heide zur Begutachtung aus. Bei der 20. Wertholzversteigerung des Landes MV Ende Januar in Schwerin möchte das Forstamt Schlemmin wieder Spitzenresultate erreichen.

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08. Dezember 2010, 11:39 Uhr

Dafür haben die Männer um Forstamtsleiter Eckhard Hackert wieder genau hingeschaut und die besten Stämme ausgesucht.

71 Festmeter Eiche sowie zwölf Festmeter Esche kommen am 27. Januar aus dem Forstamt Schlemmin unter den Hammer. "Darunter befinden sich 20 Festmeter Traubeneiche, die hochwertigste Baumart in unseren Revieren", sagt Hackert.

"Entscheidend bei der Auswahl bei den Eichen ist das Alter sowie der Stammdurchmesser", erklärt Peter Trost, Sachbearbeiter für Holzvermarktung, Waldbau, Forstschutz in Schlemmin. So müsse die Bäume schon zwischen 150 und 160 Jahre alt sein und in der Stamm-Mitte mindestens einen Durchmesser von 60 Zentimeter besitzen, besser wäre aber mehr.

Geschlagen werde das Holz von Klaus Busse und Wolfgang Klafack, zwei erfahrenen Forstleuten. "Sie verstehen ihr Fach, können ganz besonders gut fällen", sagt Hackert. Dafür sind die Holzarbeiter im ganzen Amtsgebiet unterwegs. "Eichen stehen in allen Revieren, doch die dieses Jahr angeboten werden, stammen vor allem aus Schlemmin, Qualitz und Tarnow", erläutert Trost. Auf den Einschlag von Buchen für die Auktion habe man in diesem Jahr verzichtet. "Die Preise sind derzeit sehr schlecht", sagt Hackert.

Aus dem Eichenholz wird unter anderem so genanntes Messerfurnier hergestellt. "Die Nachfrage nach Eichenholz ist ungebrochen", sagt Trost. So sei beispielsweise wieder verstärkt Dielenparkett aus diesem Holz gefragt. Abnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern erwarten Hackert und Trost kaum bei der Auktion, dafür eher Vertreter von Firmen aus dem süddeutschen Raum. "Die Bayerischen Furnierwerke stellen beispielsweise Furniere her, die auf die Pressplatte kommen", erläutert Hackert. Doch auch im europäischen Ausland ist das Schlemminer Holz begehrt. So gibt es beispielsweise in Skandinavien Abnehmer für Industrieholz, aus dem Papier und sowie Holzwerkstoff hergestellt werden. "In den vergangenen Jahren drängten auch immer mehr polnische Unternehmen auf den Markt", sagt Hackert.

Wieviel Euro sie dieses Mal für einen Festmeter Holz erzielen werden, vermögen die beiden nicht zu sagen. "Ich hoffe, dass wir zwischen 600 und 800 Euro pro Festmeter bekommen", setzt Peter Trost ein Ziel. Natürlich wünscht er sich auch, dass die Preise von der Januarauktion 2010 - damals erzielten sie einen Spitzenpreis von 960 Euro für eine Eiche und erreichten einen Durchschnittserlös von 665 Euro - noch übertroffen werden. "Wenn ein Festmeter um die 1000 Euro bekommt, dann ist das meist ein Ausreißer", hält Trost den Ball flach.

Für ihn wie auch für Amtsleiter Eckhard Hackert sei es ein Muss, bei der Auktion dabei zu sein. Schließlich habe Schlemmin den Anspruch, eines der führenden Forstämter im Land zu sein, so Hackert.

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