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Wertvolle Giebelhäuser doch noch vor Verfall gerettet

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Güstrow | Die landesweit bedeutenden Baudenkmale Am Berge 10 bis 12 in Güstrow sind vor dem Verfall gerettet. In letzter Minute hat sich trotz der desaströsen Bausubstanz ein privater Investor für die im Kern barocken Gebäude gefunden. "Wir hatten die Suche nach einem Käufer schon fast aufgegeben", sagt Bürgermeister Arne Schuldt. "Es grenzt an ein Wunder, dass sich doch noch jemand gefunden hat." Gekauft wurden die notdürftig gesicherten Ruinen jetzt von einer Familie aus dem Raum Neuwied-Koblenz. Schon am 30. September fällt der offizielle Startschuss für die Baumaßnahme an drei Giebelhäusern.


Großes Aufatmen bei Denkmalschützer

Großes Aufatmen auch beim Güstrower Denkmalschützer Jürgen Höhnke: "Das ist nicht nur ein Ereignis für Güstrow, sondern für ganz Mecklenburg. Jetzt wurde eine der aussagekräftigsten Häuserzeilen des Landes vor dem Verfall gerettet." Umgesetzt wird jetzt ein Restaurierungsentwurf des Güstrower Architekturbüros Kruse und Fliege. Dieser Entwurf sieht eine reine Wohnnutzung für alle drei Gebäude vor, wobei jedes Haus für sich eine Einheit bildet und separat erschlossen wird. Insgesamt sind zehn Wohnungen unterschiedlicher Größe und mit sehr individuellen Grundrissen geplant. Jeder Wohnung wird ein Stellplatz auf dem rückwärtigen Hof zugeordnet. Bis auf eine Ausnahme verfügen alle Wohnungen über einen Balkon bzw. eine Terrasse. In den Wohnungen soll so viel wie möglich Originalsubstanz erhalten bleiben bzw. ergänzt werden. Dazu zählen Dielenfußböden und historische Innentüren genauso wie besondere Details, so das Lastenrad im Dachboden von Haus 11. Die anstehende Sanierung wird mit Städtebaufördermitteln unterstützt.

Jürgen Höhnke lobt den Entwurf der Güstrower Architekten. "Ich hoffe, dass die neuen Eigentümer ihn auch umsetzen." Der Entwurf bringe die Häuser auf der Rückseite in die Gegenwart, wichtig für die angedachte Nutzung. Gleichzeitig würden die historischen Aussagen der Gebäude erhalten und hervorgehoben.

In den vergangenen Jahren mussten wegen akuter Einsturzgefahr schon einige rückwärtige Gebäudeteile abgebrochen werden, unter anderem der komplette Kemladen des Hauses Nummer 11 mit dem bekannten Lokal "Altdeutsche Bierstuben" sowie kleinere Anbauten am Haus 10. Es gab zudem erste Maßnahmen zur statisch-konstruktiven Sicherung.

Mit dem Baubeginn am 30. September erfolgt der Startschuss zur Wiederherstellung dieses historisch wertvollen Ensembles. Die Fertigstellung ist zum Ende des Jahres 2011 geplant. Dann sollen auch die städtischen Außenanlagen zwischen dem Eiscafé und den sanierten Gebäuden fertiggestellt sein.

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erstellt am 24.Sep.2010 | 05:37 Uhr

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