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Lübz/ Goldberg/ Plau am See : Wer im Winter urlaubt, mag es ruhiger

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Das Lübzer Land ist ein beliebtes Urlaubsziel. Deshalb haben wir bei Hoteliers in der Region nachgefragt, was Touristen in der kalten Jahreszeit nach Lübz, Goldberg und Plau lockt.

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erstellt am 01.Jan.2011 | 02:59 Uhr

Das Lübzer Land ist ein beliebtes Urlaubsziel. So das Ergebnis einer Touristenumfrage der LEADER-Aktionsgruppen "SüdwestMecklenburg" und "Warnow-Elde-Land", die von Mai bis September diesen Jahres durchgeführt wurde (wir berichteten). Die Studie bezieht sich somit ausschließlich auf den Sommertourismus. Es liegen keine Ergebnisse zur Urlaubersituation im Winter vor, obwohl Ganzjahresangebote im Trend liegen. Deshalb haben wir bei Hoteliers in der Region nachgefragt, was Touristen in der kalten Jahreszeit nach Lübz, Goldberg und Plau lockt.

"Man muss Marketing machen, um interessant zu bleiben"

Einig sind sich die Gastwirte vor allem in einem Punkt: Während in den warmen Monaten die Landschaft, das Wasser und die Freizeitaktivitäten Touristen wie von selbst anziehen, müsse man im Winter spezielle Angebote machen. "Die Seenplatte ist ein besonderer Anziehungspunkt im Sommer", sagt Diana Treichel, Leiterin des Hotels Christine in Lübz. Können Touristen diese im Winter nicht besuchen, blieben sie aus. Beatrice Gotzian vom Parkhotel Klüschenberg in Plau stimmt ihr zu: "Wir haben Wintertourismus, aber die Leute kommen nicht wegen der Landschaft, sondern man muss ihnen was bieten." Dieser Meinung ist auch Sebastian Rauer, Inhaber des Strandhotels Goldberg. "Die Leute, die im Winter kommen, mögen es ruhiger", stellt er fest.

Um die Urlauber auch in der kalten Jahreszeit in die Region zu locken, haben sich die Hoteliers verschiedene Strategien überlegt. "Man muss viel Marketing machen, um interessant zu bleiben. Vor allem der Internetauftritt ist wichtig", so Rauer. Damit reagiert er auf einen Kritikpunkt der Studie: Viele Urlauber bemängelten die unzureichende Internetpräsenz der Region. Mit Werbung allein könne man Touristen aber nicht einfangen. "Wir halten zur Winterzeit viele Pakete bereit, die den Genießer ansprechen sollen," führt der Goldberger Hotelier aus. Ein Beispiel dafür sei das Kochevent "Plau-kocht", dass mittlerweile über die Region hinaus bekannt ist und Feinschmecker aus ganz Deutschland in die Hotels und Restaurants der Umgebung bringt.

Eine ähnliche Idee verfolgen die Plauer vom Parkhotel: An den Wochenenden in der Nebensaison von Oktober bis März sorgt das Klüschenberg Wintertheater für ein volles Haus. "Die Gäste kommen aus Parchim und Schwerin, um sich das Stück anzusehen und bleiben über Nacht. Gäste aus Berlin und weiter weg bleiben das ganze Wochenende", erzählt Gotzian.

Die meisten Touristen zählen die Gastwirte während der Weihnachtsfeiertage und zu Silvester. Ab Mitte Januar und im Februar sei es dann sehr ruhig, verrät Rauer. Obwohl es auch in dieser Zeit attraktive Angebote in der Region gibt: Zum Beispiel steht das Kloster Dobbertin zur Besichtigung offen. Die Führungen dort kämen auch sehr gut bei den Gästen an. Außerdem gäbe es die Möglichkeit, die Seen im Winter sportlich zu nutzen: Sind sie zugefroren, kann man dort Eissegeln betreiben. Für diejenigen, die Outdoor-Aktivitäten nicht schätzen, halten viele der Hotels Wellness-Angebote bereit. Generell ist das Gästeaufkommen in den letzten Jahren während der Wintermonate gleich geblieben. Rauer vom Strandhotel Goldberg stellt dennoch eine Veränderung fest: "In den letzten Jahren kommen wieder vermehrt jüngere Menschen nach MV". Gotzian vom Parkhotel Klüschenberg resümiert, dass die Touristenzahl stark vom Wetter abhängt: "Je mehr Schnee es gibt, desto schwieriger wird es. Wenn die Straßen nicht frei sind, dann haben die Gäste Angst, nicht nach Hause zu kommen." Und bleiben somit gleich dort. "Im letzten Jahr hatten wir Einbußen wegen des vielen Schnees. Hoffentlich wird es dieses Jahr besser", wünscht sich Gotzian.

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