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Im WSV gelten die gleichen Kundenrechte wie bei jedem Kauf : Wenn der Reißverschluss klemmt

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Schnäppchenjäger haben seit gestern Hochsaison. Der WSV hat begonnen. Der Einzelhandel koordiniert die Rabattschlacht auf freiwilliger Basis und verspricht Preisnachlässe von 50 bis 70%.

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2011 | 09:30 Uhr

Rund drei Viertel der Geschäfte sind dabei, um die Lager von warmer Kleidung zu befreien. "Die Stimmung ist positiv", sagte gestern eine Sprecherin des Handelsverbands Deutschland (HDE). Was Kunden beachten sollten, um wirklich als Gewinner aus der Schnäppchenjagd hervorzugehen, haben wir zusammengestellt.

Kein Kaufrausch

Rabatte von 70 Prozent klingen wirklich verlockend. Aber sie sollten nicht alleiniger Maßstab sein. Und selbst ein klitzekleiner Preis darf den Kunden nicht blenden. Entscheidend ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. "Auch im Schlussverkauf sollte man auf die Qualität der Ware schauen und Preise vergleichen", rät Cornelia Nagel von der Verbraucherzentrale MV in Schwerin. Sind die Stiefel, mit denen man seit Wochen liebäugelt, um die Hälfte verbilligt, gibt es freilich keinen Grund, sie stehen zu lassen.

Bei der großen Flut der Schnäppchen steigert sich manch einer in einen wahren Kaufrausch. Da ist es keine Seltenheit, dass ein Kunde mit zehn und mehr Einzelteilen das Geschäft verlässt. Zu Hause bleibt die Hälfte dann womöglich im Schrank hängen. "Besser ist es deshalb, sich vor dem Einkaufsbummel klarzumachen, was man benötigt", so Cornelia Nagel.

Umtausch

Stellt der Kunde zu Hause fest, dass Hose oder Bluse doch nicht recht gefallen oder über der Hüfte spannen, kann es zu spät sein. "Ein generelles Umtauschrecht gibt es in Deutschland entgegen der landläufigen Meinung nicht", betont die Verbraucherschützerin. "Wenn die gekaufte Ware in Ordnung ist, ist ein Umtausch reine Kulanz des Händlers."

Nichtsdestotrotz eröffnen viele Geschäfte ihren Kunden diese Möglichkeit, einige weisen auf großen Schildern extra darauf hin. "Gibt es solche Schilder nicht, sollte man sich das Umtauschrecht schriftlich, zum Beispiel auf dem Kassenzettel, bestätigen lassen, um auf Nummer sicher zu gehen." Nimmt der Händler die Ware nur im Tausch gegen einen Gutschein zurück, müsse das akzeptiert werden.

Gewährleistung

Anders sieht es aus, wenn die Ware einen Mangel hat, ohne dass sie als fehlerhaft oder 2. Wahl gekennzeichnet war. Dann greift der gesetzliche Gewährleistungsanspruch. "Das bedeutet aber nicht, dass der Händler die Ware sofort zurücknehmen und das Geld zurückzahlen muss", erklärt Cornelia Nagel. "Vielmehr muss man ihm die Chance zur Nachbesserung geben." Das könne Reparatur oder Ersatz sein.

Etwas anders sieht es aus, wenn der Preis einer Ware mit Hinweis auf einen Fehler gesenkt worden ist. Für diesen konkreten Mangel ist der Gewährleistungsanspruch dann ausgeschlossen. Tritt allerdings ein anderer als der benannte Mangel auf, ist der Händler wieder in der Pflicht.

Streit gibt es manchmal darüber, ob der Schaden beim Kauf schon bestand oder erst später durch den Kunden entstanden ist. In den ersten sechs Monaten liege die Beweislast beim Händler, so Cornelia Nagel. Danach - und bis zum Ende der zweijährigen Gewährleistungsfrist - müsse der Kunde nachweisen, dass der Mangel schon beim Kauf bestand.

Diese Rechte haben Kunden nicht nur im Schlussverkauf. Sie gelten prinzipiell bei jedem Kauf.

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