Weniger Risiko, höhere Kosten

von
10. Dezember 2008, 07:21 Uhr

In der Schweriner Beratungsstelle der Neuen Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern ist die Abgeltungsteuer ein Thema – aber nur eines von vielen. Was mit Blick auf die Abgeltungsteuer jetzt sinnvoll ist und was nicht, erklärt Axel Drückler im Gespräch.

Sollte man jetzt noch seine Geldanlagen durchforsten und umschichten, um die Abgeltungsteuer zu umgehen?
Drückler:
Seine Geldanlagen sollte man regelmäßig prüfen und nicht nur kurz vor dem Start einer neuen Steuer. Von einer Umschichtung um jeden Preis rate ich aber ab. Daran verdienen vor allem die Banken. Wer aber beispielsweise von einem risikoreicheren Aktienfonds in einen risikoärmeren Fonds wechseln möchte, den man langfristig halten kann, oder ohnehin plant, Aktien oder Fondsanteile zu kaufen, sollte das noch in diesem Jahr tun. So umgeht er in der Tat die Abgeltungsteuer. Außerdem sind viele Fonds gerade im Keller. Wenn solche Anlagen ins persönliche Finanzkonzept passen, kann der Zeitpunkt günstig sein.

Welche Fonds sind mit Blick auf die Abgeltungsteuer zu empfehlen?
Drückler:
Wer sich die Abgeltungsteuerfreiheit langfristig sichern will, muss in Fonds investieren, die langfristig gehalten werden können. Schichte ich in den nächsten Jahren um, ist es mit der Steuerfreiheit der Kursgewinne vorbei. Deshalb würden sich Indexfonds anbieten, die die Wertentwicklung eines Marktes, beispielsweise im DAX oder im Eurostoxx 50, abbilden. Das Risiko, sich in einigen Jahren in einem unterdurchschnittlichen Fonds wiederzufinden, gibt es dort nicht. Zudem sind Indexfonds gegenüber aktiv gemanagten Fonds kostengünstiger.

Stichwort Dachfonds.
Drückler:
Dachfonds kaufen Anteile anderer Investmentfonds. Dadurch wird das Risiko noch einmal gestreut. Allerdings fallen auch doppelte Kosten an – auf Ebene des Dachfonds und auf Ebene des Zielfonds. Innerhalb des Dachfonds können Anteile abgeltungsteuerfrei verkauft werden – aber das macht der Fondsmanager und nicht der Anleger. Steuerlich werden sie genauso behandelt wie jeder andere Fonds. Verkauft der Anleger seine Anteile, muss er auf den Kursgewinn Abgeltungsteuer zahlen.

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