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20. September 2017 | 09:32 Uhr

Weniger Klärschlamm auf Feldern

vom

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2010 | 07:03 Uhr

Bülow/NWM | Auf den Feldern im Nordwesten ist Klärschlamm als Düngemittel rückläufig. Das geht aus einem Bericht des zuständigen Umweltamtes des Kreises hervor. Insbesondere die Einfuhren aus Nachbarländern gehen zurück. "Der Trend geht zur Verwertung vor der eigenen Haustür", so Landrätin Birgit Hesse in ihrem Bericht gegenüber dem Kreistag Nordwestmecklenburg. Kamen in den Jahren 2006 bis 2008 rund 11000 Tonnen an Trockenmasse auf Felder in Nordwestmecklenburg, lag der Wert der Einfuhren bei 7200 Tonnen im vergangenen Jahr gegenüber Lieferungen von Verbänden aus dem Kreis von 2200 Tonnen. Der Großteil der Importe stammte aus der Hansestadt Lübeck sowie der Städte Wismar und Schwerin. Aufgrund des bundesweiten Handels mit Klärschlämmen gab es ebenso Lieferungen aus Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen. 2164 Hektar wurden laut Studie im Jahr 2009 beschlammt.

Klärschlämme sind aufgrund hoher Stickstoff und Phosphorwerte für ihre guten Düngeeigenschaften bekannt. Allerdings beinhalten diese auch Problemstoffe. Eine wesentliche Voraussetzung zur Ausbringung stellt eine ständige Kontrolle dar. So unterliegen die Stoffe beim Zweckverband Radegast strengen Prüfvorgaben. "Ohne Beprobung gelangt nichts auf die Felder",sagt Dirk Fröhling. Er ist technischer Leiter beim Zweckverband Radegast. Im Klärwerk Bülow fallen jährlich bis zu 1500 Tonen Trockenmasse an Klärschlamm an. Ein Schwerpunkt der labortechnischen Untersuchungen sind die Beprobungen auf Kupfergehalt. Dieser sei aufgrund der Installation zahlreicher Kupferrohrleitungen bei der Trinkwasserversorgung in Eigenheimen in zurückliegenden Jahren gestiegen. Daraus resultierende Grenzwertüberschreitungen im Klärschlamm gebe es nicht, so Fröhling.

Ändert der Bund wie angekündigt seine Gesetzgebung, müssen die Zweckverbände im Nordwesten neue Wege bei der Verwertung von Klärschlamm beschreiten. Eine Möglichkeit ist ein Beitritt zur Klärschlamm-Kooperation MV. Hintergrund ist die geplante Novellierung der Düngemittelverordnung ab 2017 sowie der Klärschlamm-Verordnung mit schärferen Grenzwerten für die landwirtschaftliche Verwertung des Schlammes. Diese soll in Zukunft eingeschränkt werden. Alternative: die teurere Verbrennung.

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