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30 Prozent Abstand zum Westen : Weniger Geld für Rentner in MV

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39 Euro beträgt im Landesdurchschnitt die Renten-Spanne zwischen einem Mann, der im Jahr 2000 in den Ruhestand ging und einem, der sich erst 2009 aus dem Berufsleben verabschiedete.

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erstellt am 13.Jul.2011 | 07:51 Uhr

Schwerin | 39 Euro beträgt im Landesdurchschnitt die Renten-Spanne zwischen einem Mann, der im Jahr 2000 in den Ruhestand ging und einem, der sich erst 2009 aus dem Berufsleben verabschiedete. Das bedeutet: Landesweit haben Neu-Rentner immer weniger Geld in der Tasche. Dabei ist die finanzielle Ausstattung der Senioren ohnehin vergleichsweise dünn, wie die Volkssolidarität Mecklenburg-Vorpommern in einem gestern vorgestellten Rentenreport aufzeigt. So bekommen die Rentner nur gut 70 Prozent von dem, was Senioren in den alten Bundesländern an Bezügen zusteht.

Mit Rentenzahlungen von im Mittel 1030 Euro an Männer steht MV an 15. Stelle im bundesweiten Vergleich. Und auch bei den Frauen belegt der Nordosten mit 682 Euro den letzten Platz unter den neuen Ländern. "Generell stehen Frauen im Osten bei Rentenzahlungen besser da als im Westen, weil sie durchschnittlich 15 Beitragsjahre länger in die Sozialversicherung eingezahlt haben", erklärte Hanna Haupt, eine der Autorinnen der Studie.

"Der Bericht weist eine Entwicklung nach, die wir seit Jahren vorausgesehen haben," sagte Petra Billerbock, Landesvorsitzende der Volkssolidarität. Die Gründe dafür liegen in den bundesweiten Veränderungen im Rentenrecht seit 2000, wie der Abkoppelung von der Lohnentwicklung und dem stufenweisen Anheben des Renteneintrittsalters.

Im Nordosten verschlechtern regionale Faktoren die Lage zusätzlich: Knapp zwei Drittel der Frauen und ein Fünftel der Männer sind hier im Niedriglohn- und Geringverdiener-Bereich beschäftigt. Sie erwirtschaften damit nur eine kleine Rente. Auch in den im Osten häufigeren Phasen der Arbeitslosigkeit wird kaum etwas für die Rente angespart.

Dadurch sowie durch den häufig vorgezogenen Rentenbeginn sammeln sich für Ruheständler in den neuen Bundesländern 39 Abschlagsmonate und Rentenminderungen von monatlich mehr als 100 Euro an. Nach einer Simulation des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, könnten bis 2040 im Schnitt neun Jahre Arbeitslosigkeit auf ostdeutsche Männer und 13 Jahre auf ostdeutsche Frauen zukommen. Diese würden Rentenzahlungen zusätzlich mindern.

Noch seien 30 Jahre Zeit, etwas dagegen zu tun, so Billerbock. Sie forderte die Politik auf, die gesetzlichen Bedingungen zu ändern und wegen der höheren Gefährdung durch Altersarmut im Osten zeitnah die Renten im Osten und Westen Deutschlands anzugleichen.


Rentenniveau MV 2009

Ort Männer Frauen

Rostock 1130 725
Neubrandenburg 1105 749
Stralsund 1101 691
Schwerin 1094 733
Wismar 1087 670
Greifswald 1066 725
Bad Doberan 1045 687
Rügen 1003 650
Ostvorpommern 1002 671
Uecker-Randow 1001 659
Mecklenburg-Strelitz 1000 676
Nordvorpommern 995 654
Ludwigslust 992 663
Nordwestmecklenburg 988 648
Güstrow 986 658
Müritz 983 672
Parchim 968 670
Demmin 955 645
              
Quelle: DRV


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